Unternehmensunabhängige Interkommunale Wärmeplanung Landkreis Lörrach

Der Landkreis Lörrach erstellt in einem Pilotprojekt eine interkommunale Wärmeplanung für alle 35 Städte und Gemeinden des Landkreises, welche auf eine klimaneutrale kommunale Wärmeversorgung bis zum Jahr 2040 abzielt. Damit ist er der erste Landkreis, der § 7 c des Klimaschutzgesetzes Baden-Württemberg umsetzt.


Zeitleiste

Prozessgraphik Wärmeplanung 2022

Erläuterung: Die grau-weißen Textfelder liegen noch in der Zukunft. Die roten Kreise stellen bereits abgeschlossene Phasen und Veranstaltungen dar (Quelle: ifok).

(1): Am 21. Januar 2021 startete das Projekt mit dem Kickoff-Treffen des Steuerungskreises, in dem alle 35 Gemeinden und Städte vertreten waren, wurde das Projekt präsentiert, erste Ideen entgegengenommen und offene Fragen beantwortet.

(2): Am 25. Februar 2021 tagte der Beirat erstmalig. Inhalte war die Vorstellung des geplanten Projektes sowie die Einholung von Rückmeldungen zum Prozess durch die Beiratsmitglieder.

(3): Lokale und regionale Energieversorger trafen sich erstmalig im Facharbeitsgespräch am 30. März 2021. Hier wurden die Datenerhebung sowie die Grundausrichtung des Projekts besprochen und Fragen zur Datenbereitstellung durch die Wärmeversorger beantwortet.

(4): Im 2. Facharbeitsgespräch am 26. Oktober 2021 trafen sich Vertreter der lokalen Energieversorgungsunternehmen. Im Plenum wie auch in Kleingruppen diskutierten die Teilnehmenden über die Zwischenergebnisse aus der Bestands- und Potenzialanalyse. Das Gespräch konnte mit entsprechenden Hygieneregeln vor Ort in Lörrach stattfinden.

(5): Hinweise zur Potenzialanalyse wie auch zu möglichen Szenarien sammelten die Mitglieder des Beirats in ihrer 2. Sitzung am 11. November 2021. Die Teilnehmenden zeigten sich auch sehr interessiert am vorgestellten Karten-Tool.

(6): Kommunale Vertreterinnen und Vertreter besprachen in der 2. Sitzung des Steuerungskreises am 14. Dezember 2021 die ersten Erkenntnisse aus der Landkreis-weiten Bestands- und Potenzialanalyse. Kurz vor Weihnachten wurde an jede einzelne Kommune eine individuelle Bestandsaufnahme der Wärmeversorgung mitsamt Hinweisen zur Methodik verschickt („1. Kommunen-Paket“).

(7): Der Beirat tauchte in seiner 3. Sitzung vom 22. März 2022 in die Details der Potenzialanalyse ein. Hier wurden wichtige Hinweise zu methodischen Annahmen, Höhe sowie Unsicherheiten der Potenziale gesammelt.

(8): Die Ermittlung der Potenziale für den Landkreis stand im Mittelpunkt der 3. Steuerungskreis-Sitzung am 5. April 2022. Im kurz zuvor verschickten „2. Kommunen-Paket“ haben alle Kommunen zur Überprüfung einen umfangreichen, kommunen-scharfen Überblick über die jeweiligen Potenziale vor Ort erhalten. Der Kreis wagte auch einen Ausblick auf mögliche Szenarien für das Jahr 2040.

(9): Vertreter der Energieversorgungsunternehmen trafen sich am 2. Juni 2022 vor Ort in Lörrach, um über die Ergebnisse der Potenzialanalyse zu validieren und kommentieren. Darüber hinaus diskutierte die Facharbeitsgruppe anhand des Daten-Tools über erste übergreifende Maßnahmen für den Landkreis. Hierbei wurde zwischen dem städtischen und dem ländlichen Raum unterschieden.

(10): Zwischen dem 5. und 7. Juli 2022 war das Projekt-Konsortium in den Kommunen des Landkreises unterwegs. Auf den 4 Kommunen-Workshops in Schopfheim, Bad Bellingen, Lörrach und Schönau wurden die Teil-Ergebnisse des Wärmeplans kommunenscharf präsentiert. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden sowohl über die Landkreis-übergreifenden als auch die Kommunen-spezifischen Maßnahmen.

(11): Im Anschluss an die Kommunen-Workshops fanden sich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in der 4. und letzten Steuerungskreissitzung am 21. Juli 2022 im Landratsamt Lörrach zusammen. Unter Leitung der Landrätin Marion Dammann debattierte das Gremium über die genaue Wortwahl, um die Wärmeplanung für den gesamten Landkreis in die Umsetzung zu überführen. Anschließend verabschiedete das Gremium das entsprechende Maßnahmenpaket.

Nächste Schritte:Die Maßnahmenpakete für einzelne Kommunen werden über den Sommer 2022 abgeschlossen. Gleichzeitig wird der Bericht zum Wärmeplan finalisiert und im Oktober 2022 im Umweltausschuss des Landkreises verabschiedet. Die gemeinsame Abschlussveranstaltung mit dem Land Baden-Württemberg ist für den 2. Dezember 2022 geplant.

Nächste Termine:

  • 2. Dezember 2022: Gemeinsame Abschlussveranstaltung


Projektziele und -konsortium

Das Projekt ist am 1. Januar 2021 gestartet und läuft über einen Zeitraum von 20 Monaten. Zunächst werden die relevanten Daten von Kommunen, Energieversorgern, gewerblichen Unternehmen sowie von weiteren Akteuren der Wärmeversorgung gesammelt. Im Anschluss wird eine Bestandsanalyse des Wärmebedarf und der Versorgungsinfrastruktur vorgenommen. Darauf aufbauend erarbeiten die betroffenen Akteursgruppen in Facharbeitsgesprächen eine gemeinsame Potentialanalyse zu Energie und Abwärme. Zuletzt generieren die Projektpartner ein Zielbild für eine klimaneutrale Wärmeversorgung im Jahr 2050. Nach dem Projektende der Wärmeplanung wird der Landkreis Lörrach eine Wärmewendestrategie als Blaupause für ähnliche Projektvorhaben erarbeiten.

"Der Landkreis Lörrach engagiert sich seit vielen Jahren intensiv im Klimaschutz. Wir sind unserem Ziel der Klimaneutralität in vielen Bereichen bereits ein gutes Stück nähergekommen. Insbesondere bei der Wärmewende besteht jedoch noch ein akuter Handlungsbedarf. Mithilfe eines gemeinsamen Impulses durch den Kreistag haben wir deshalb das Pilotprojekt „unternehmensunabhängige interkommunale Wärmeplanung“ ins Leben gerufen, um im Konvoi mit allen Gemeinden des Landkreises den Wärmesektor in unserer Region bis 2050 klimaneutral zu gestalten. Eine gute Planung, die Nutzung verschiedener Quellen erneuerbarer Energien, Abwärme und der Ausbau von Wärmenetzen werden uns dieses Ziel erreichen lassen."

- Landrätin Marion Dammann

Gremien und beteiligte Akteure

Datenerhebung

In der ersten Projektphase werden gebäudescharfe Daten gesammelt. Dazu gehören Wärmeverbräuche, Wärmeversorgungseinrichtungen, Abwärmepotenziale, Heizungsalter, Wärme- und Gasnetze und weitere Informationen, die über öffentliche Stellen (insbesondere Bezirksschornsteinfeger), Kommunen, Unternehmen (insbesondere Gewerbe- und Industriebetrieben), Netzbetreiber und Energieversorger erfasst werden. Der Landkreis hat die Aufgabe der Datenerhebungfür die lt. Gesetz berechtigten Gemeinden übernommen und das mit dem Projekt beauftragte Konsortium damit betraut.  In Fachgesprächen und Veranstaltungen wurden die relevanten Akteure bereits angesprochen. Für eine erfolgreiche Wärmeplanung ist ihre Kooperation unabdingbar. Die Datenerhebung basiert hierbei auf dem § 7e KSG BW und erfolgt nur zum Zweck der kommunalen Wärmeplanung. Die Veröffentlichung im Wärmeplan erfolgt ausschließlich in aggregierter Form (mind. 5 Gebäude), sodass der Datenschutz eingehalten werden kann.

Bei Fragen rund um die Art der Datenbereitstellung kontaktieren Sie bitte die Firma greenventory GmbH (david.fischer@greenventory.de , Tel. 0761 7699 4168, Dr. David Fischer).

In Zusammenarbeit mit:

endura Kommunal Logogreenventory logoIFOK Logo

Ansprechpartner

Frau
Inga Nietz
Stabsstellenleitung Klimaschutz
+49 7621 410-93040
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Herr
Philip Lotte
Klimamanagement
+49 7621 410-93041
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Frau
Nele Hoge
Klimamanagement
+49 7621 410-93042
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Ansprechpartner Projektkonsortium

Herr
Rolf Pfeifer
endura kommunal – Projektleitung
Tel.: +49 761 3869098-11
E-Mail: rolf.pfeifer@endura-kommunal.de

Herr
Dr. David Fischer
greenventory - Datenverarbeitung
Tel.: +49 761 76994165
E-Mail: david.fischer@greenventory.de