Markus-Pflüger-Zentrum in hAUSEN - frAGEN und aNTWORTEN

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Am Sonntag, 21. Mai, haben die Hausener Bürgerinnen und Bürger in einem Bürgerentscheid über den Verkauf des Kabel-Areals an den Landkreis abgestimmt. Sie haben sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, an den Plänen des Gemeinderats zur Ansiedlung des Markus-Pflüger-Heims (MPH) im Hebeldorf festzuhalten.

Die häufigsten Fragen und Antworten im Vorfeld des Bürgerentscheids haben wir für Sie hier zusammengestellt.

Sie haben noch weitere Fragen? Dann schreiben Sie uns an Fragen-MPH@loerrach-landkreis.de. Wir bemühen uns, Ihre Frage innerhalb eines Tages zu beantworten. Zusätzlich werden wir Frage und Antwort (anonym) auf dieser Seite veröffentlichen.

Die häufigsten Fragen und Antworten zum geplanten Pflegeheim in Hausen

Unser Umgang mit körperlich beeinträchtigten und psychisch erkrankten Menschen hat sich im Laufe der letzten Jahre stark gewandelt. Heute werden diese Menschen nicht mehr in großen Einrichtungen vom Rest der Bevölkerung abgeschirmt, sondern sie haben einen Anspruch darauf, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Inklusion und Selbstbestimmung sind für psychisch und körperlich beeinträchtigte Menschen ebenso wichtig, wie für jeden anderen Menschen auch.

Aus diesem Grund wird das bestehende Markus-Pflüger-Heim in Schopfheim-Wiechs durch drei kleinere dezentrale Standorte ersetzt. Die Auflösung der zentralen Heimstruktur ist allerdings nur der erste Schritt zur gesellschaftlichen Teilhabe.

Die Markus-Pflüger-Zentren gehen den Weg einer „umgekehrten Inklusion“. Das bedeutet: Die Menschen, die bisher abgespalten vom Rest der Gesellschaft gelebt haben, bekommen durch neue Wohnformen und Arbeitsmöglichkeiten Wege angeboten, die nicht nur in die Gesellschaft hineinführen, sondern durch die auch ein Mehrwert für das Gemeinwesen entsteht. Der Dorfladen in Kürnberg ist so ein Projekt der umgekehrten Inklusion. So soll die Gesellschaft diese pflegebedürftigen Menschen als selbstverständlichen Teil des Gemeinwesens verstehen.

Das gemeinschaftliche Leben in den Wohngruppen des Pflegeheims dient als Lern- und Übungsfeld für die Gestaltung eines eigenständigen Lebens sowie einer eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Lebensführung. Dies wird durch soziales Lernen in der Gruppe und Begleitung der beruflichen Entwicklung sowie durch die Tagestruktur unterstützt.

Eine Teilhabe am Arbeits- und Sozialleben ist für die persönliche Entwicklung und Zukunftsperspektive von Erwachsenen mit einer psychischen Erkrankung von großer Bedeutung. Bei allen Planungen werden die individuellen Lebenslagen der Menschen berücksichtigt und gemeinsam mit ihnen an einer echten Inklusionsperspektive gearbeitet. Mit dem geplanten Markus-Pflüger-Zentrum in Hausen wollen wir unseren Bewohnern eine solche Perspektive ermöglichen.



Die Bewohner möchten am Leben in der Gemeinde teilhaben können. Um ein selbstverständlicher Teil des Gemeinwesens zu werden, ist es einerseits hilfreich, ein solches Heim zentral anzusiedeln. Andererseits sind kleinere Orte sehr viel besser für die Heimbewohner geeignet, um sich in das Gemeindeleben zu integrieren. Hier bietet Hausen mit dem Kabel-Areal die idealen Voraussetzung.
Wir haben uns für Hausen als idealtypischen Standort für das Wiesental entschieden. Kleinere Orte sind sehr gut für die Heimbewohner geeignet, um sich in das Gemeindeleben zu integrieren. Hier bietet Hausen mit dem Kabel-Areal die idealen Voraussetzungen. Unabhängig davon stand das Areal in Schopfheim nicht zur Debatte, da es für einen möglichen Klinikstandort angedacht war.
Wie bei jedem Veränderungsprozess gibt es auch bei uns Menschen mit Bedenken. Die große Mehrheit freut sich jedoch auf den Umzug in ein kleineres und dadurch überschaubareres Zentrum. Die Bewohner nicht mehr in einer großen zentralen Einrichtung wie in Wiechs unterzubringen, sondern in einem kleineren Heim in einer nicht zu großen Gemeinde wie Hausen, gibt ihnen die Möglichkeit, sich besser in das Gemeindeleben zu integrieren. Unter den Fragen „Warum wird ein neues Pflegeheim gebaut?“ und „Warum ausgerechnet in Hausen?“ wird genauer auf dieses Konzept eingegangen.
Das Konzept, keine großen zentralen Pflegeheime mehr zu bauen, sondern kleinere dezentrale Einheiten, geht zurück auf das Bundesteilhabegesetz, das auch behinderten und pflegebedürftigen Menschen ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe zuspricht. Daher ist es mittlerweile normal, kleinere Pflegeeinrichtungen für psychisch kranke Menschen auch zentral in überschaubareren Gemeinden zu bauen und nicht mehr an Ortsrändern zu platzieren, wie es früher üblich war.
Auf dem Kabel-Areal soll ein Pflegeheim mit 60 stationären Pflegeplätzen entstehen. Darüber hinaus wird es 12 Tagespflegeplätzefür Senioren aus Hausen geben. Außerdem ist ein Café im Pflegeheim geplant, das auch als Begegnungsstätte für Heimbewohner und Einwohnern dienen soll.
Wir gehen zurzeit von rund 40 Vollzeitstellen aus. Diese könnten durch Teilzeitkräfte auf etwa 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilt werden.
Das Konzept für das Pflegeheim mit angeschlossener Tagespflege liegt vor und wurde von den politischen Gremien befürwortet. Bei der Umsetzung werden wir uns natürlich an den Bebauungsplan der Gemeinde halten und nicht höher bauen, als es in Hausen vorgesehen ist. Mehr als drei Stockwerke wird das Heimgebäude nicht haben. Die Planung eines solchen Projektes verlangt, dass wir in Schritten arbeiten. Dies bedeutet, dass wir den Bürgerentscheid abwarten, ob wir das geplante Pflegeheim realisieren können. Im nächsten Schritt würden wir dann mit dem Projektsteurer an die Ausschreibung der Architektenleistungen gehen.
Natürlich werden wir auch innerhalb des Hausener Pflegeheims Verwaltungsräume benötigen. Dies sind unter anderem Büroräume für die Heimleitung und die Pflegedienstleitung oder auch Besprechungsräume und die Telefonzentrale. Dies sind Räumlichkeiten, welche jedes unserer Zentren benötigt.

Darüber hinaus prüfen wir gerade, ob dann noch eine Verwaltung benötigt wird und welche Möglichkeiten es hierfür im Landkreis gibt.
Ein detailliertes Personalkonzept, mit den zur Verfügung stehenden „Personalbedarfen“ liegt vor. Gleichzeitig ist es so, dass wir natürlich auch von den Rahmenbedingungen unserer jetzigen und zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abhängig sind. Da wir ein attraktiver Arbeitgeber sein wollen, gehen wir, wenn möglich auf die Teil- oder Vollzeitwünsche unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, so dass wir nicht sagen können, wie viele Menschen wir in zwei Jahren in Teilzeit und wie viele in Vollzeit beschäftigen werden. Daher liegt es in der Natur der Sache, dass wir hier keine genauen Zahlen, aber Anhaltswerte liefern können.
Wie jede andere Einrichtung, muss auch das Pflegeheim ausreichend Parkplätze vorhalten. Sofern der Bürgerentscheid zugunsten des Heims ausfällt, wird hierüber im Anschluss mit der Gemeinde gesprochen. Eine Tiefgarage werden wir aus Kostengründen schwer realisieren können.
Aus unserer Sicht bietet Hausen genügend Grünflächen für die Heimbewohner. Darüber hinaus ist geplant, das Grundstück mit einem ansprechenden Gartenbereich auszustatten.

Zudem kann die bestehende Einrichtung in Wiechs nicht mit den Planungen für Hausen verglichen werden, da wir in Wiechs 246 Plätze vorhalten und das Pflegeheim in Hausen viel kleiner werden soll.
Nein. Wir wollen mit dem Pflegeheim in Hausen eine neue Heimat finden. Falls die Bürgerinnen und Bürger das unterstützen, werden wir nach dem Bürgerentscheid die Planungen auf dem Kabel-Areal weiterführen.

Gleichzeitig werden wir dann auch die Anfrage der Gemeinde prüfen, ob von unserer Seite grundsätzlich Interesse am Sutter-Areal besteht. Sollte dies so sein, werden wir ein Konzept entwickeln, das dem Gemeinderat vorgelegt wird. Der Gemeinderat wird dann darüber entscheiden.
15 Plätze sind für die Hausener Bürgerinnen und Bürger geplant, darunter ein Kurzzeitpflegeplatz. Hier wollen wir Menschen Platz bieten, die stationär gepflegt werden müssen, aber in ihrer Heimatgemeinde Hausen bleiben möchten. Außerdem wird es für pflegebedürftige Senioren aus Hausen weitere zwölf Tagespflegeplätze geben.

Weitere 45 Plätze sind für psychisch erkrankte Menschen vorgesehen. Diese Menschen haben beispielsweise Depressionen, Angstzustände oder eine Demenzerkrankung und sind auf eine stationäre Pflege angewiesen.
Für Menschen aus Hausen wird es 15 stationäre Pflegeplätze inklusive eines Kurzzeitpflegeplatzes sowie zwölf Tagespflegeplätze geben.
Ja, auch suchterkrankte Menschen (z.B. mit Alkoholsucht) werden von uns betreut. Eine spezielle „Sucht-Gruppe“ wird es in Hausen jedoch nicht geben.
Nein. Unsere Bewohner haben alle eine psychische Grunderkrankung. Dabei handelt es sich beispielsweise um Menschen mit Depressionen, Angsterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen. Diese Menschen werden von uns stationär versorgt und professionell begleitet. Eine Gefahr geht von unseren Bewohnern nicht aus. Das zeigt uns auch unsere jahrzehntelange Erfahrung mit unseren Bewohnern im Markus-Pflüger-Heim.

Es handelt sich um pflegebedürftige Menschen, denen die Teilhabe am Dorfleben wieder zu mehr Lebensqualität verhelfen soll.
Nein. Für das Pflegeheim in Hausen ist keine geschlossene Gruppe geplant.

In anderen Heimen betreuen wir auch Menschen in geschlossenen Gruppen. Der geschützte Bereich dient Menschen, die für ein Leben außerhalb ihrer Gruppe nicht in der Lage sind. Das betrifft beispielsweise Menschen mit Angsterkrankungen.
Psychisch kranke Menschen haben aus unserer Sicht ähnliche Bedürfnisse wie alt gewordene Menschen. Sie brauchen innerhalb der Einrichtung Rückzugsmöglichkeiten und möchten gleichzeitig auch am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Beides wäre an diesem Standort in einer idealen Weise gegeben.
Nein. Es gab zwar tatsächlich tägliche „Präsenzfahrten“ der Polizei in Wiechs als kurzzeitig auch Flüchtlinge im Markus-Pflüger-Heim untergebracht waren. Mit dem Weggang der Flüchtlinge wurden diese Kontrollen aber wieder beendet. Mit den Heimbewohnern hatte die Polizeipräsenz nichts zu tun.
Nach unserer Erfahrung ist es für die Entwicklung von Kindern positiv zu sehen, wenn sie auch mit Menschen in Kontakt kommen, die vielleicht ein wenig anders sind. Die Kinder lernen diese Menschen als einen selbstverständlichen Teil unserer Gesellschaft kennen.

In Wiechs war daher eine Kooperation zwischen dem Kindergarten und dem Markus-Pflüger-Heim geplant, die leider aus finanziellen Gründen nicht zustande kam. Dennoch besuchen die Kinder das Heim regelmäßig.
Begegnen Sie den Menschen offen und geben Sie ihnen Zeit, sich in die Dorfgemeinschaft einzugliedern. Sollte das Pflegeheim gebaut werden, können Sie uns gerne besuchen. Ein Café als Ort der Begegnung zwischen Einheimischen und Heimbewohnern ist geplant.
Ganz zu Anfang wurden die Gebäude als mögliche Optionen für das Markus-Pflüger-Zentrum diskutiert. Inzwischen stehen sie aber nicht mehr zur Debatte, so dass wir uns mit diesem Thema nicht mehr beschäftigen.
Die bestehenden Gebäude in Wiechs entsprechen nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit. So sind wir beispielsweise ab 2019 aufgefordert, nur noch Einzelzimmer anzubieten.
Über die Anschlussnutzungen gibt es noch keine Entscheidungen. Wir werden in enger Abstimmung mit der Stadt Schopfheim, der Gemeinde Wiechs und dem Landkreis Lörrach die verschiedenen Optionen intensiv prüfen und dann ausgewogene Entscheidungen treffen.
Seit feststeht, dass es diesen Bürgerentscheid geben wird, müssen wir natürlich Überlegungen anstellen, wie es weitergeht. Es gibt aber keine konkreten Pläne. Wir konzentrieren uns zunächst auf Hausen. Aus unserer Sicht bietet Hausen beste Voraussetzungen für das Pflegeheim. Und wir setzen alles daran, die Hausener Bürgerinnen und Bürger von unserem Anliegen zu überzeugen.
Hierzu können wir leider nichts sagen. Bezüglich dieser Frage ist der Gemeinderat von Hausen sicherlich der richtige Ansprechpartner.
Dass große zentralisierte Einrichtungen, wie sie bisher für pflegebedürftige Menschen üblich waren, eine gesellschaftliche Teilhabe erschweren, ist mittlerweile auch von der Bundesregierung erkannt worden. Das sogenannte „Bundesteilhabegesetz“ sieht daher unter anderem vor, die großen Einrichtungen durch kleinere Heime zu ersetzen.

Diesen Weg geht nun das Landratsamt, indem das bestehende Markus-Pflüger-Heim in Wiechs durch drei kleinere Standorte am Hochrhein, im Markgräflerland und im Wiesental ersetzt wird. Für den Hochrhein wurde 2016 das Markus-Pflüger-Zentrum in Rheinfelden eröffnet. Hier werden zurzeit bis zu 32 Menschen im Rahmen der Eingliederungshilfe betreut.

Im Markgräflerland wurde Schliengen als Standort gefunden. Hier werden in den nächsten Jahren 60 stationäre Pflegeplätze entstehen.

Für das Wiesental ist nun mit Hausen der dritte Standort angedacht.
Das erste Markus-Pflüger-Zentrum wurde in Rheinfelden im März 2016 in Betrieb genommen. Von Anfang an wurde das Pflegeheim von den Einwohnern der Gemeinde gut angenommen. Probleme mit den Einwohnern vor Ort gibt es bis heute nicht.

Ein Vorzeigeprojekt ist unser Kürnberger Dorfladen, der seit Februar 2016 von unseren Bewohnern gemeinsam mit Mitarbeitern betrieben wird. Der Dorfladen gibt nicht nur unseren Bewohnern eine sinngebende Tätigkeit, sondern ist auch für die Kürnberger ein Gewinn, die nun einen funktionierenden Dorfladen in ihrem Ortskern haben.
Logo des Eigenbetriebs Heime








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