Pressemitteilung

Pflegekonferenz und Gesundheitskonferenz haben am Samstag, 29. April 2023 gut besucht getagt


Am Samstag, den 29. April 2023 haben die Kommunale Pflege- und die Gesundheitskonferenz unter Leitung von Landrätin Dammann getagt. Die Veranstaltungen waren sehr gut besucht und wurden zudem live gestreamt.

In der zweiten Kommunalen Pflegekonferenz wurde mit 47 Mitgliedern und Gästen die schrittweise Umsetzung von Maßnahmen bis 2025 diskutiert, mit denen gemeinsam (1) dem Fachkräftemangel aktiv begegnet, (2) Pflegebedürftigkeit – soweit möglich – verhindert sowie (3) die Versorgung in der Pflege bedarfsgerecht sichergestellt werden soll. Sechs Maßnahmen werden nun mit Einrichtungen und Trägern aus dem Landkreis in je auf zwei Jahre angelegten und durch die Geschäftsstelle der Kommunalen Pflegekonferenz moderierten Projektgruppen umgesetzt. Ziel ist es, durch Vernetzung und gemeinsame Lösungen die vorhandenen Ressourcen zweckgerichtet und effektiv einzusetzen.:

(1.1) Pflegeberufe realistisch und niederschwellig vermitteln: Diese Maßnahme kombiniert, unter Schirmherrschaft von Landrätin Dammann, akteursübergreifende Öffentlichkeitsarbeit mit verstärkter Präsenz an Schulen und leichter zugänglichen Praktika.

(1.2) Einwanderungshürden ausländischer Pflegefachkräfte im Landkreis evaluieren und optimieren: Diese Maßnahme zielt auf die Überprüfung laufender Verfahren sowie die Pilotierung optimierter Prozesse.

(2.1) Aktivierende Hausbesuche ausweiten und vernetzen: Diese Maßnahme fokussiert, in Zusammenarbeit mit der AG ‚Gesund älter werden‘ der Kommunalen Gesundheitskonferenz, den Ausbau und die Vernetzung bestehender ehrenamtlicher Besuchsangebote mit dem Fokus auf körperlich-kognitiver Aktivierung.

(2.2) Digitale Gesundheits-/Pflegekompetenz von Senior*innen und pflegenden Angehörigen fördern: Diese Maßnahme kombiniert die Bündelung und Ausweitung (bestehender) Apps für den Bereich der Senior*innen und pflegenden Angehörigen mit Entwicklung einer zentralen digitalen Plattform mit dem Ausbau von Angeboten zur Steigerung der Digitalkompetenz von Senior*innen und pflegenden Angehörigen.

(3.1) Bedarfsspezifischer Ausbau von Fallsteuerung / Case Management (CM) und Quartiersarbeit: Die Maßnahme baut auf einer initiierenden Abfrage zu bestehenden Angeboten im Landkreis auf und zielt auf die verstärkte Vernetzung bestehender Case-Management- und Quartiers-Angebote untereinander.

(3.2) Bedarfsspezifische Weiterentwicklung der Tages- und Nachtpflege: Die Maßnahme baut auf einer initiierenden Abfrage zu bestehenden Angeboten und Best-Practice-Beispielen im Landkreis auf und zielt auf die bedarfsspezifische Weiterentwicklung der Tages- und Ausbau der Nachtpflege ab.

Einrichtungen und Träger, die sich daran beteiligen möchten, können sich noch bis 31. Mai unter Angabe der jeweiligen Projektgruppennummer bei Dr. Anne Göhner melden (pflegekonferenz@loerrach-landkreis.de, Platzzahl ist begrenzt).

Die elfte Kommunale Gesundheitskonferenz mit dem Schwerpunktthema „Pädiatrische Versorgung im Landkreis Lörrach“ war mit insgesamt 65 Mitgliedern und Gästen ebenfalls gut besucht.

Sophia Warnecke, Stabsstellenleitung der Kommunalen Gesundheitskonferenz, und Simon Duffner, Gesundheitsberichterstatter, stellten die in den vergangenen Monaten durchgeführten Analysen zur Versorgungssituation vor. Diese zeigten die tatsächliche Situation und Belastung sowie Herausforderungen und Lösungsansätze auf.
Auf der Grundlage dieser Analysen hatte die Arbeitsgruppe „Medizinische Versorgung“ mit dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, den niedergelassenen Kinderärzten/-innen sowie der Kinderklinik im Landkreis Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen zur Verbesserungen der pädiatrischen Versorgung im Landkreis abgeleitet, die ebenfalls vorgestellt wurden.

Anschließend nahmen in einer Podiumsdiskussion, von Landrätin Marion Dammann moderiert, die CDU-Bundestagsabgeordnete Diana Stöcker, der Chefarzt der Kinderklinik Prof. Dr. Tilman Humpl, die niedergelassene Kinderärztin Dr. Bettina Volkmer sowie die Bezirksbeirätin (Freiburg) der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg Dr. Barbara Bohl dazu Stellung.

Im Nachgang sollen in einer Resolution Forderungen an die jeweiligen Verantwortlichen auf Bundes-, Landes- und Kreisebene ausgesprochen werden.

Darüber hinaus hat das Team der Stabsstelle Gesundheitskonferenz von den aktuellen Projekten der Arbeitsgruppen „Medizinische Versorgung“, „Gesund aufwachsen“ und „Gesund älter werden“ im vergangenen Geschäftsjahr berichtet. So wurde durch die AG Gesund aufwachsen beispielsweise das Good-Practice Projekt „Bewegungspass“ initiiert.  Im Rahmen der ausgeschriebenen Projektmittelförderung zur „Psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ wurden fünf eingereichte Projektanträge mit einer Gesamtfördersumme von 8.076,38€ von den stimmberechtigten Plenumsmitgliedern positiv beschieden.

Zusätzlich wurde das Förderprojekt „Gesund im Landkreis Lörrach – zukunftsfest versorgt“ von Projektleiterin Isabell Dörflinger vorgestellt. Sie gab einen Einblick in die bereits erreichten Meilensteine, in aktuelle Entwicklungen und erläuterte die geplanten Vorhaben in der noch bis Ende Mai 2024 fortwährenden Projektlaufzeit.

Den Videomitschnitt sowie Unterlagen zu den Konferenzen finden Sie unter:

https://www.loerrach-landkreis.de/Plenumssitzungen2023. Zusätzliche Informationen zu den Maßnahmen der Pflegekonferenz erhalten Sie unter: https://www.loerrach-landkreis.de/pflegekonferenz

Kommunale Pflegekonferenz

Im Rahmen Kommunaler Pflegekonferenzen beraten sich die Mitglieder zu Fragen der notwendigen kommunalen Pflege- und Unterstützungsstrukturen, der Schaffung von altersgerechten Quartiersstrukturen – insbesondere unter Einbeziehung neuer Wohn- und Pflegeformen, der kommunalen Beratungsstrukturen für an den Bedarfen orientierte Angebote sowie der Koordinierung von Leistungsangeboten. Zu den Mitgliedern zählen die kreisangehörigen Städte und Gemeinden, der Landkreis, die zuständige Heimaufsicht sowie Vertretende der vor Ort tätigen ambulanten und stationären Wohn- und Pflegeeinrichtungen oder -dienste, der entsprechenden Interessenvertretungen zur Mitwirkung und Mitbestimmung in den Pflegeeinrichtungen, Pflege- und Gesundheitsfachkräfte, der vor Ort im Ehrenamt und aus der Bürgerschaft Tätigen nach der Unterstützungsangebote-Verordnung, der Träger sowie der Landesverbände der gesetzlichen und privaten Pflegeversicherung, des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung, der örtlichen Selbsthilfegruppen und Interessenvertretungen von Menschen, die aufgrund ihres Alters, wegen Krankheit oder Behinderung auf Pflege- und Unterstützung angewiesen sind sowie deren Angehörige.

Kommunale Gesundheitskonferenz

Kommunale Gesundheitskonferenzen diskutieren unter anderem Fragen der Gesundheitsförderung und Prävention sowie der medizinischen Versorgung zur Verbesserung der Gesundheit der Kreiseinwohnerschaft. In enger Zusammenarbeit mit Arbeitsgruppen werden Bedarfe formuliert und entsprechende Empfehlungen ausgesprochen. Ausgehend von diesen Empfehlungen werden Maßnahmen entwickelt sowie deren Umsetzung begleitet. Seit 2016 sind die Kommunalen Gesundheitskonferenzen als Pflichtaufgabe für Landkreise und kreisfreie Städte im Landesgesundheitsgesetz verankert. Im Landkreis Lörrach wurde bereits im Jahr 2011, mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg und dem Kreistag Lörrach, eine Kommunale Gesundheitskonferenz aufgebaut. Diese arbeitet seitdem kontinuierlich an den Themen Medizinische Versorgung, Gesund aufwachsen und Gesund älter werden.