Radon

RadonIm Jahr 2001 startete das Bundesamt für Strahlenschutz erstmalig ein umfassendes Untersuchungsprojekt, um die Radongehalte in Deutschland flächendeckend zu erfassen. Aufgrund der erhöhten Werte für den Landkreis Lörrach wurden ab diesem Zeitpunkt in Schulen und Kindergärten Messungen durchgeführt, zuletzt im Jahr 2017.

Die Informationen auf dieser Seite sollen einen kompakten Überblick zum Thema Gesundheitsgefährdung durch Radon liefern. Weiterführende und vertiefende Informationen lassen sich unter anderem in den unten aufgeführten Quellen finden.
Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas. Es entsteht als Zerfallsprodukt radioaktiver Elemente der Gesteinsschichten. Über Risse und Poren kann es aus dem Untergrund aufsteigen und über die Bodenluft zu Tage treten. Radon ist farb – und geruchlos und ist als Edelgas chemisch beständig. Unter gesundheitlichen Gesichtspunkten ist vor allem das Radon-Isotop Rn-222 relevant, welches über die Uran-Radium-Zerfallsreihe entsteht und eine Halbwertszeit von etwa vier Tagen aufweist.
Radon gelangt über die Atemluft in den Körper und kann durch ionisierende Strahlung Zellenschädigungen verursachen und die Bildung von Lungenkrebs begünstigen. Radon wird mittlerweile als zweithäufigste Ursache – allerdings weit hinter dem Rauchen - für die Zahl der Lungenkrebserkrankungen in Deutschland verantwortlich gemacht. Da es schnell wieder ausgeatmet wird, ist dabei weniger das Radon selbst problematisch, als vielmehr dessen Zerfallsprodukte welche sich über eingeatmete Partikel und Aerosole in der Lunge anreichern können. Bei ihrem Zerfall geben Sie unter anderem energiereiche und zellschädigende Teilchenstrahlung ab.
Aufgrund des starken Verdünnungseffekts gilt die Radon-Konzentration in der Umgebungsluft als gesundheitlich unbedenklich. Über Undichtigkeiten im Mauerwerk oder nicht abgedichtete Rohr- oder Leitungsdurchlässe kann Radon aber aus der Bodenluft in Gebäude eindringen und sich dabei besonders in Kellerräumen anreichern.
Die Radonbelastungen hängen vor allem von den Radon-Bildungsraten der verschiedenen Gesteine sowie den Durchlässigkeiten des Untergrundes ab. Orientierungshilfe bei der Einschätzung der Radongehalte im Boden kann die Radonkarte des Bundesamts für Strahlenschutz (Bfs) liefern Auf dieser ist die Radioaktivität der Bodenluft in einem Meter Tiefe in Becquerel pro Kubikmeter ausgewiesen. Das Becquerel gibt dabei Zerfallsereignisse pro Sekunde an.
Es ist zu beachten, dass die Karte nur orientierenden Charakter auf regionalem Maßstab hat und daher keine kleinräumige Aussage zulässt und daraus auch keine direkten Rückschlüsse auf den Radon-Gehalt in der Raumluft gezogen werden können. Wie hoch der Radongehalt letztlich in der Raumluft ist, hängt entscheidend von der Dichtheit der erdberührten Gebäudeteile und von der Durchlüftungssituation ab.
Im Rahmen einer Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zur Radonbelastung in Aufenthaltsräumen von Schulen Baden-Württembergs wurden beispielsweise die höchsten Radongehalte in Weil am Rhein und in Lörrach gemessen, also in Bereichen die nach der Radonkarte als nicht als besonders beeinträchtigt gelten.
Eine verlässliche Einschätzung der Radonbelastung in Gebäuden kann daher aktuell nur durch eine unmittelbare Messung vor Ort erhalten werden.

Um das Risiko von Radonbelastungen einschätzen zu können, lassen sich relativ kostengünstige Radonmessungen durchführen. Dabei wird ein Messgerät in den exponierten Räumen z.B. im Keller platziert und die Radioaktivität über einen längeren Zeitraum gemessen. Solche Messgeräte können bei Messtellen bestellt werden und kosten  im Bereich von 30 bis 50 Euro. Je nach Messergebnis lassen sich dann geeignete und verhältnismäßige Maßnahmen treffen. Diese reichen von häufigerem Lüften der Räume, über Abdichtung von Fugen und Gebäudedurchlässen bzw. Kellertüren, dem Einbau von Lüftungsanlagen, bis hin zum Anlegen von Gasdrainagen oder sog. Radonbrunnen.
Zur Umsetzung der EU-Richtlinie 2013//59/EURATOM wurde in Deutschland 2017 das „Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung – StrlSchG (Strahlenschutzgesetz)“ verabschiedet. Darin wird ein Referenzwert von 300 Bq/m³ Radon in Raumluft festgelegt. Dieser Referenzwert gilt für Arbeitsplätze und Aufenthaltsräume ab 31.12.2018. In diesem Zusammenhang sollen behördlicherseits Gebiete ausgewiesen werden, in denen in beträchtlicher Zahl mit Überschreitungen des Referenzwerts in Gebäuden zu rechnen ist. Innerhalb dieser Gebiete müssen bei Errichtung von Neubauten mit Arbeitsplätzen oder Aufenthaltsräumen Maßnahmen zum Schutz vor Radon ergriffen werden. Vorgeschrieben sind dort weiterhin Radonmessungen bei Arbeitsplätzen in Kellerräumen oder im Erdgeschoss. Bei Überschreitung des Referenzwerts müssen die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden.
Die Broschüre „Schutz vor Radon  - Vorkommen-Risiko-Regelungen“ des Umweltministeriums bietet einen kompakten Überblick zur Radon-Thematik.
Ausführlichere Hintergrundinformationen finden sich auf der Seite des Bundesamts für Strahlenschutz (Bfs): http://www.bfs.de/DE/themen/ion/umwelt/radon/radon_node.html

Die Liste der eingetragenen Radon-Fachpersonen finden Sie hier:
https://www.lfu.bayern.de/strahlung/radon_in_gebaeuden/doc/liste_fachpersonen.pdf