Tipps für einen gelungenen Schulstart

Mit dem Schuleintritt beginnt für Kinder wie auch für deren Eltern ein neuer Lebensabschnitt, der vor allem für die Kinder mit neuen Herausforderungen verbunden ist. Gleichzeitig ist der Schulstart aber auch ein weiterer und wesentlicher Schritt in Richtung Selbstständigkeit!Zeichnung mit zwei Kindern - Quelle: Fotolia

Damit dieser Schritt möglichst problemlos gelingt, hat der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Landratsamtes Lörrach Informationen und Tipps für einen gelungenen Schulstart zusammengestellt.

Für Fragen und weitere Informationen stehen Ihnen die Schulärztinnen des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes gerne telefonisch unter 07621 410-2101 oder auch per E-Mail zur Verfügung.

Der erste Schultag ist ein ganz besonderer Tag, der oft mit Familie und Freunden gefeiert. Zum ersten Schultag gehört natürlich auch die Schultüte, die nicht nur mit Süßigkeiten gefüllt werden sollte.

TIPP: Vermeiden Sie Stresssituationen bereits am ersten Schultag und scheuen Sie sich nicht, Verwandte und Freunde um Mithilfe zu bitten.

TIPP: Neben kleinen Geschenken, wie z.B. witzige Stifte und Radiergummis, eine stabile Trinkflasche und eine Pausenbrotbox sind Nüsse und getrocknete Früchte sinnvolle Gaben für die Schultüte.
Damit Ihr Kind verkehrssicher wird und selbstständig am Straßenverkehr teilnehmen kann, sollten Sie den Schulweg mehrmals zusammen mit Ihrem Kind abgehen und auf eventuelle Gefahrenstellen hinzuweisen. Der Fußweg zur Schule ist wichtig, denn er unterstützt das Bewegungsbedürfnis des Kindes und macht fit fürs Lernen. Gemeinsam mit anderen Schülern zur Schule zu gehen fördert die Kommunikation untereinander und damit auch die sozialen Kontakte.

Auf dem Schulgelände gehen die Kinder in die Obhut der jeweiligen Schule über. Eine Begleitung bis in die Klasse ist daher nicht sinnvoll und sollte außer in begründeten Ausnahmefällen vermieden werden.

TIPP: Nutzen Sie die letzten Tage nochmals dazu, den Schulweg morgens und mittags abzugehen, damit Ihr Kind verkehrssicher wird und selbständig am Straßenverkehr teilnehmen kann. Weisen Sie es immer wieder auf Gefahrenstellen hin.

TIPP: Sprechen Sie sich mit anderen Eltern ab und begleiten Sie die Kinder in der ersten Zeit gemeinsam zur Schule.

TIPP: Verabreden Sie bereits im Vorfeld einen Verabschiedungsort vor dem Schulgebäude und halten Sie sich daran.
Neben guter Sichtbarkeit durch leuchtende Farben und Reflektoren sollte beim Kauf des Schulranzens auch auf Material (regendicht und strapazierfähig), Tragbarkeit geachtet werden.  Die Tragegurte sollen auf die passende Länge eingestellt werden, so dass der Ranzen nicht zu tief oder schief hängt. Bitte beachten Sie auch, dass ein zu schwerer Ranzen Wirbelsäule und Rückenmuskulatur überlasten und zu Haltungsschäden führen kann.

TIPP: Packen Sie den Schulranzen gemeinsam mit Ihrem Kind am Abend vorher und sorgen Sie dafür, dass nur die benötigten Dinge mitgenommen werden.

TIPP: Fragen Sie beim ersten Elternabend nach, ob es in der Schule Möglichkeiten zur Aufbewahrung für Arbeitsmaterialien, Bücher und Hefte gibt.

TIPP: Zusätzliche Reflektoren und Warnwesten geben auch in der dunklen Jahreszeit ausreichend Sicherheit. Denken sie auch an Mützen mit Signalfarbe und Schuhe mit Reflexstreifen.
Eine ausgewogene und vollwertige Ernährung ist entscheidend für Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Wohlbefinden. Wer gut gefrühstückt hat, lernt leichter und wird langsamer müde. Deshalb schicken Sie ihr Kind bitte nicht ohne Frühstück in die Schule!
Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung ist auch in der Schule wichtig, beispielsweise mit einem selbst belegten Pausenbrot, Obst, Gemüse und etwas zu Trinken (wie Wasser oder ungesüßter Tee). Berücksichtigen Sie nach Möglichkeit aber auch die Wünsche Ihres Kindes und gehen Sie gelegentlich Kompromisse ein: Das gesündeste Pausenbrot nützt nichts, wenn es nicht gegessen wird.
Kinder haben Freude an einer gesunden Ernährung TIPP: Machen Sie sich schon am Vortag Gedanken zum Pausenbrot und bereiten Sie es gegebenenfalls schon am Abend vorher zu, denn am Morgen bleibt oft wenig Zeit.

TIPP: Investieren Sie in eine gute Vesperbox und Trinkflasche, in der Lebensmittel länger frisch bleiben.

TIPP: Wechseln Sie häufiger Brot- und Obstsorte und den Belag und sorgen Sie hin und wieder auch für kleine Überraschungen in der Pausenbox.
Ein regelmäßiger Tagesablauf hilft Ihrem Kind bei der Umstellung auf den Schulbetrieb.
Bestimmen Sie eine feste Zeit für das Aufstehen, damit ausreichend Zeit für ein gemeinsames Frühstück bleibt.
Kinder spielen draußen im freien Fußball - Quelle: Fotolia Nach dem Schulunterricht hat sich im Anschluss an das Mittagessen bewährt, eine Ruhepause einzulegen und danach mit den Hausaufgaben zu beginnen, die ihren festen Platz im Tagesablauf haben sollten.
Die verbleibende freie Zeit sollen Kinder aktiv und möglichst oft an der frischen Luft verbringen. Nehmen Sie sich auch Zeit für gemeinsame Aktivitäten und Ruhephasen und genügend Zeit für Gespräche, in denen Sie sich von den Freuden und Sorgen Ihres Kindes berichten lassen können.
Am Abend ist dann das rechtzeitige Zubettgehen wichtig. Kinder brauchen viel Schlaf, um das Tagesgeschehen zu verarbeiten und wieder Neues aufnehmen zu können.
Im sachgerechten Umgang mit den Medien ist das Vorbild der Eltern wichtig. Kinder im Grundschulalter sollten insgesamt nicht länger als eine Stunde am Tag fernsehen oder sich mit anderen Medien beschäftigen. In der letzten Stunde vor dem Zubettgehen sollten Kinder keine Bildschirmmedien benutzen.

TIPP: Denken Sie daran, dass Ihr Kind jetzt sehr viel mehr Zeit im Sitzen verbringt und sorgen Sie für genügend Bewegungsangebote am Nachmittag und Wochenende.

TIPP: Planen Sie gerade am Anfang genügend Zeit für Störfälle ein und versuchen Sie so schnell wie möglich einen geregelten Alltag mit möglichst festen Zeiten einzurichten. Bedenken Sie, dass Routineabläufe Ihrem Kind Sicherheit und Orientierung geben.

TIPP: Schreiben Sie einen Familienstundenplan. Planen Sie auch Zeit für Gemeinsamkeit und Unternehmungen ein und hängen Sie den Plan gut sichtbar für alle Familienmitglieder auf.
Dieses wichtige und zentrale Thema beschäftigt Eltern während der gesamten Entwicklungszeit ihrer Kinder, erhält jedoch im Vorschulalter eine neue Bedeutung. In dieser Zeit sind die Kinder noch stark auf den Schutz der Eltern angewiesen, sollen jedoch andererseits Eigenständigkeit lernen und Selbstwirksamkeit erfahren. Nicht allen Eltern fällt es leicht, hier die richtige Balance zwischen Schutzbedürfnis und Freiraumgewährung zu finden. Im Rahmen der Einschulungsuntersuchungen werden Eltern regelmäßig zum Thema Selbstständigkeitsförderung beraten. Oft stellt sich die Frage, was Eltern tun können, um die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern.

Für die eigene Selbstständigkeit ist es für Ihr Kind wichtig, Neues selbst zu entdecken. Schaffen Sie den dafür notwendigen Freiraum. Legen Sie jedoch Rahmenbedingungen fest, an die sich Ihr Kind halten muss. Dies gilt beispielsweise für die ersten eigenständigen Besuche bei Freunden oder den Weg zum Kindergarten, sobald sich Ihr Kind in seiner Umgebung sicher auskennt.

Ganz wichtig: Ausprobieren lassen! Auch wenn es mit Ihrer Hilfe viel schneller geht, nehmen Sie Ihrem Kind nicht alles ab, sondern lassen Sie Ihrem Kind genügend Zeit eigene Erfahrungen zu machen und Fertigkeiten zu üben.

Auch negative Erfahrungen helfen Ihrem Kind in seiner Entwicklung. Misserfolge gehören zum Leben und Kinder müssen lernen, mit Fehlschlägen umzugehen. Stehen Sie Ihrem Kind verständnisvoll zur Seite und lassen Sie es gegebenenfalls später einen neuen Versuch machen. Sparen Sie nicht mit Lob und Anerkennung – insbesondere, wenn es sich um Aufgaben handelte, die für Ihr Kind eine Herausforderung bedeuteten oder die es nicht im ersten Anlauf bewältigen konnte. Auch Streitigkeiten mit anderen sollen Kinder – wenn irgend möglich – alleine lösen. Hierbei sammeln sie wichtige Erfahrungen für das soziale Miteinander, die nicht aus zweiter Hand (also durch Sie) vermittelt werden können.

Übertragen Sie Aufgaben und Verantwortung! Eine Mithilfe im Haushalt mit altersangemessenen Aufgaben sollte für Kinder selbstverständlich sein. Hierzu gehören im Vorschulalter z.B. das Mithelfen beim Tischdecken und –abräumen, beim Vorbereiten von Mahlzeiten und dem Aufräumen des Spielzimmers.

TIPP: Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, Ihre Kinder an regelmäßige Mithilfe zu gewöhnen.

TIPP: Lassen Sie das Auto stehen und erkunden Sie zu Fuß zusammen mit Ihrem Kind die Umgebung; gehen Sie zusammen einkaufen und besuchen Sie Freunde. Nur so lernt Ihr Kind, sein Lebensumfeld zu erweitern, sich in der Umgebung zu orientieren und Entfernungen einzuschätzen.

TIPP: Suchen Sie Kontakt zu anderen Eltern und tauschen Sie Informationen und Erfahrungen aus. Jede Familie hat ihre eigene Erziehungsstrategien, von denen auch andere profitieren können.
Akzeptieren Sie die Stärken und Schwächen Ihres Kindes. Vermeinden Sie eine Überforderung durch zu hohe Erwartungen an schulische Leistungen. Anerkennung und Lob gibt Auftrieb und stärkt Leistungswillen und Selbstvertrauen. Freuen Sie sich gemeinsam über erzielte Erfolge und helfen Sie über Misserfolge und Enttäuschungen hinweg.
Suchen Sie den Kontakt zu der Lehrerin oder dem Lehrer, denn so erfahren Sie im Gespräch, wie Ihr Kind sich in der Schule verhält und arbeitet. Gehen Sie auch zu Elternabenden, denn dort erhalten Sie wichtige Informationen zum Lehrplan, der Klassensituation und der Schule allgemein.
Wenn Ihr Kind krank ist, muss es zu Hause bleiben, bis es wieder ganz gesund ist. Informieren Sie gleich morgens die Schule telefonisch und denken Sie auch an die schriftliche Entschuldigung.

TIPP: Fragen Sie den Klassenlehrer bzw. die Klassenlehrerin, wie Sie im Austausch bleiben können. Bedenken Sie, dass für die kindergartentypischen „Tür-und-Angel-Gespräche“ im Schulbetrieb keine Zeit vorgesehen ist.

TIPP: Speichern Sie wichtige Telefonnummern (Schulsekretariat) in Ihr Mobiltelefon ein.

TIPP: Respektieren Sie die Abläufe und Regeln des Schulsystems und zeigen Sie sich auch hierin als Vorbild für Ihre Kinder.

Und zu guter Letzt:
Bleiben Sie entspannt und freuen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind auf den großen Tag der Einschulung und den wichtigen Schritt Ihres Kindes in Richtung Selbstständigkeit!


Gesundheitsförderung / Kinder- & Jugendgesundheitsdienst

Weitere Informationen

  • Kindergesundheit
    Ausführliche Informationen zu vielen Gesundheitsthemen erhalten Sie auf der Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

    Zahngesundheit
    Informationen zum Thema Zahngesundheit erhalten Sie auf der Homepage der Regionalen Arbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit.