Streuobstbau

Das Landratsamt Lörrach bietet Beratung für den Hobbyobstbau in Gärten und Obstwiese im Kandertal auf Streuobstwiesen an. Damit wird der Erhalt der Gartenbaukultur und einer attraktiven Kulturlandschaft gefördert.

Die Obstbauberatung arbeitet eng mit dem Kreisobst- und Gartenbauverband Lörrach e.V. und dem Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V. (LOGL) zusammen.

Ziel der Streuobstinitiative ist die Erhaltung und Förderung des Streuobstbaues im Landkreis Lörrach. Dazu werden die verschiedenen Aktivitäten und die Öffentlichkeitsarbeit in Bezug auf Streuobst koordiniert und ausgebaut.

Die Streuobstinitiative im Landkreis Lörrach gründet auf ein Treffen von Vertretern des Landratsamtes Lörrach zusammen mit Vereinen, Verbänden und einzelnen Akteuren.

Mitwirkende sind unter anderem:

  • Landratsamt Lörrach: Fachbereich Landwirtschaft und Naturschutz
  • Kreisobst- und Gartenbauverband Lörrach e.V. (KOV)
  • Sozialer Arbeitskreis Lörrach (SAK)
  • Naturschutzbund (NABU) Kreisgruppe Lörrach
  • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Hochrhein
  • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Ortsgruppe Schliengen
  • Pomologenverein Baden-Württemberg
  • Trinationales Umweltzentrum (TRUZ) Weil am Rhein
  • Landschaftserhaltungsverband Landkreis Lörrach e.V. (LEV)

Obstlandschaft im Landkreis Lörrach

Traditionell prägt der Obstbau weite Teile der Landschaft im Landkreis Lörrach. Mit 440 ha Erwerbsobstbaufläche zählt das Gebiet  zu den intensiven Obstbau-Regionen Deutschlands. Die vielen großkronigen Obstbäume auf Alter Apfelbaum bei Ötlingen Streuobstwiesen, in Gärten, an Wegen und Äckern sind in weiten Teilen des Landkreises präsent.  Schöne Streuobst-Bestände findet man im Eggenertal, im Kandertal, auf dem Tüllinger Berg und dem Dinkelberg.

Die Obstwiesen tragen nicht nur zu einem  lockeren und abwechslungsreichen Landschaftsbild bei. Die Wurzeln der Bäume und des Grases schützen Boden und Grundwasser vor Erosion und Schadstoffeintrag. Außerdem  gehören Obstwiesen zu den wertvollsten Lebensräumen für Tiere und Pflanzen in unserer Kulturlandschaft. Biologen schätzen die Anzahl der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten auf mehr als 5000.

Auf Streuobstwiesen stehen bis zu hundert Obstbäume auf einemBirnbaum Hektar. Neben stattlichen Walnussbäumen sieht man hochstämmige Apfel- und Birnbäume. Aber auch viele niedrigstämmige, aber großkronige Süßkirschen und Zwetschgenbäume gedeihen auf den Wiesen, eine Besonderheit Südbadens.
Obstwiesen und –gärten waren bis vor etwa 50 Jahren ein wichtiger und lukrativer Teil der Landwirtschaft, aber auch der Selbstversorgung der Bevölkerung. Unter den Bäumen weideten Tiere oder es wurde Heu erzeugt.
Heute wird auf den Obstwiesen kaum noch Tafel- und Industrieobst geerntet. Früchte aller Obstarten sind aber nach wie vor ein wichtiger Teil der Selbstversorgung auf dem Lande.

Apfel- und Birnbäume von Streuobstwiesen und Gärten werden heute vor allem für die Erzeugung von Mostobst genutzt. Kern- und Steinobstfrüchte sind außerdem die Rohstoffe für die bekannten badischen Obstbrände. Sie sichern die Existenz der zahlreichen Kleinbrennereien im Lande. Walnüsse werden vor allem auf den Märkten und in den Hofläden verkauft.

Streuobstbauberatung und Koordination:

Die Koordination der Streuobstinitiative erfolgt über das Landratsamt Lörrach, Fachbereich Landwirtschaft und Naturschutz, Obstbauberatung. 
Die Obstbauberatung widmet sich neben dem Erwerbsobstbau auch dem Streuobstbau. Sie bietet – zum Teil in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen - Sorten- und Anbauberatung und Schnitt- und Pflegekurse für Streuobstbesitzer und interessierte Personen an.

Streuobst-Saftprojekte, Mostobstannahme und Verarbeitung

Für die Herstellung von Most (Saft) eignen sich vor allem Äpfel und Birnen. Die Früchte müssen bei der Anlieferung reif und frei von Faulstellen sein. Druckstellen, Berostung und kleinere Beschädigungen der Früchte mindern dagegen die Qualität nicht. Saftausbeute und Geschmack variieren nach angelieferter Obstsorte, Jahrgang und Reifegrad. So erhält jeder Saft sein eigenes Geschmacksprofil.

Im Landkreis Lörrach gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, Mostobst verarbeiten zulassen.
Einen Überblick gibt unser Faltblatt Verwertung von Mostobst im Landkreis Lörrach 2016

Aktuelles und Veranstaltungen


Streuobsttag in Weil am Rhein

Veranstaltung für Landwirte und Interessierte rund um das Thema Streuobst.
Große Obstsortenausstellung, Möglichkeit zur Bestimmung mitgebrachter Äpfel und Birnen durch Pomologen, Fachvorträge und Informationsstände, Saft pressen, Streuobstprodukte, Rallye für Kinder

Termin: Sonntag, 01.10.2017
Zeit: 11:00 - 18:00 Uhr
Ort: Weil am Rhein, Mattrain 1, Trinationales Umweltzentrum
Veranstalter: Landratsamt Lörrach, Fachbereich Landwirtschaft & Naturschutz, Trinationales Umweltzentrum, Pomologenverein, NABU Ortsgruppe Lörrach


Ausbildung zum Fachwart für Obst und Garten


Das Regierungspräsidium Freiburg bietet im Rahmen der Modellregion Biotopverbund Markgräflerland zum Jahresende 2017 eine Ausbildung  zum Fachwart für Obst und Garten an. Sie läuft berufsbegleitend. Die rund 80 Ausbildungsstunden finden an Abenden und an Samstagen in Theorie und Praxis statt.
Es wird eine Teilnahmegebühr erhoben.
Die Anmeldung für die Ausbildung erfolgt über das Projektmanagement MOBIL.
Ansprechpartner sind: 
Klaus Nasilowski, Kreisobstbauberater, Telefon: 07621 410 4451, E-Mail: klaus.nasilowski@loerrach-landkreis.de
Markus Mayer, Telefon: 07664 40363880 oder E-Mail: info@landschaftskonzepte.de

Streuobsttage


Unter www.streuobsttage.de finden Sie einen Überblick über Veranstaltungen im Bereich Streuobst in Baden-Württemberg und ganz Süddeutschland.

Förderung der Pflege von Obstwiesen und nährstoffarmem Grünland über die Landschaftspflegerichtlinie


Der Landschaftspflegeverband Lörrach unterstützt die Pflege von Obst- und Magerwiesen im Markgräflerland, im Unteren Wiesental und am Dinkelberg auch finanziell im Sinne der Landschaftspflegerichtlinie. Informationen unter: www.lev-loerrach.de

Die Förderung dient der Erhaltung  und Entwicklung der Lebensräume seltener und gefährdeter Tierarten. Gerade Obstwiesen mit alten Bäumen weisen eine hohe Artenvielfalt auf. Die von Spechten gezimmerten Höhlen dienen anderen seltenen Arten, wie z.B. dem Steinkauz,  als Brutplatz.

Daher richten sich der Landschaftserhaltungsverband Landkreis Lörrach e.V. und die Untere Naturschutzbehörde an Eigentümer und Bewirtschafter von Obstwiesen mit Hoch- und Mittelstämmen und Grünland, das ausgehagert (extensiviert) werden kann. Folgende Maßnahmen können gefördert werden:
  • Schnitt alter Obstbäume (Mittel- und Hochstämme)
  • Pflege des Grünlandes
  • Pflanzung und Schnitt junger Hochstämme
  • Aushagerung (Extensivierung) von artenarmem Grünland
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Mitarbeiter
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Sonstiges
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verwandte Dienstleistungen