Bioenergie

  • Holz
    Holz  Im Landkreis Lörrach wurden im Jahr 2011 ca. 65.000 Fm (= Festmeter bzw. Kubikmeter) Waldholz als Brennholz bzw. als Hackschnitzelholz energetisch genutzt. Hiervon wurden ca. 55.000 Fm als klassisches Brennholz ( Stückholz ) genutzt, ca. 16.000 Fm in Form von Hackschnitzeln. Der Heizwert dieser Holzmenge entspricht in Abhängigkeit von Trockengehalt und Holzartenzusammensetzung näherungsweise 151 Mio. Kilowattstunden. Darin enthalten sind erhebliche Holzmengen aus dem Privatwald, die überwiegend dem Eigenverbrauch dienen. Aus Waldresthölzern und aus den Nebenprodukten, die beim Einschnitt von Stammholz in der Sägeindustrie anfallen, werden in zunehmendem Umfang Holzpellets produziert. Über diese Schiene werden weitere erhebliche Holzmengen aus dem Landkreis Lörrach einer energetischen Nutzung zugeführt. Zum Volumen dieses „indirekten“ Energieholzflusses liegen aber keine belastbaren Zahlen vor.

    Der Einsatz von Holzpeletts hat in den letzten Jahren stark zugenommen, besonders in Feuerungsanlagen von Ein- und Mehrfamilienhäusern. Weitere Holzquellen finden sich in der Landschaftspflege und in agrarwirtschaftlichen Erzeugnissen, wie z.B. den Kurzumtriebsplantagen. Konkrete Zahlen aus diesen Bereichen liegen nicht vor. Während das klassische Brennholz und die Holzpellets hauptsächlich in Kleinfeuerungsanlagen privater Haushalte verbraucht werden, wird der überwiegende Anteil der Hackschnitzel in Großanlagen von Kommunen oder Unternehmen verfeuert.

    Biomassekraftwerk Pfaffenhofen

    Aktuell sind im Landkreis 140 Holzhackschnitzel-Feuerungsanlagen der Größenklasse 30 bis 1.000 KW mit einer Gesamtleistung von 16.000 KW in Betrieb. Der Bedarf an Hackschnitzeln wächst anhaltend stark. Allerdings gibt es über die bereits jetzt erreichten Bereitstellungsmengen hinaus bei Beachtung des Nachhaltigkeitsprinzips und des zu erfüllenden Bedarfs an stofflich nutzbarem Holz im Landkreis Lörrach nur noch begrenzte Steigerungsmöglichkeiten.
  • Getreide und Energiepflanzen

    getreidefeld Getreide kann unter bestimmten Umständen als Festbrennstoff eingesetzt werden. Als Faustzahl gilt: 2,5 kg Getreide ersetzen 1 Liter Heizöl. Bei einem Preis von 12 €/dt Getreide entstehen Kosten von 30 ct/l Heizöläquivalent.
    Getreide kann emissionsarm nur in speziellen Heizkesseln eingesetzt werden. Die Zahl der für eine Getreideverbrennung zugelassenen Heizkessel ist jedoch gering. Vereinzelt besteht auch im Landkreis Lörrach Interesse an einer Anlage zur Getreideverbrennung. Die meisten Interessenten werden aber von den hohen Investitionskosten abgeschreckt. Derzeit ist im Landkreis keine Anlage auf Basis Getreide- oder Energiepflanzen-Feuerung in Betrieb.
  • Biogas

    Biogasanlage Hägelberg Zur Gewinnung von Biogas werden tierische Exkremente und/oder Pflanzen/Getreide in einem Behälter anaerob vergoren. Das Biogas wird in Gasmotoren verbrannt und mit dem angetriebenen Generator wird Strom erzeugt, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Da nur ca. ein Drittel der Energie in Strom umgewandelt wird und die anderen zwei Drittel als Wärme anfallen, sind Standorte zu bevorzugen, bei denen auch die Wärme genutzt werden kann.
    Im Landkreis ging Ende 2011 die erste Biogasanlage mit 251 KW installierter Leistung in Steinen-Hägelberg in Betrieb.