Integrationsbeauftragte des Landkreises Lörrach

Eine veränderte Einwanderungsrealität und veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen haben in den letzten Jahren zu einer neuen Sichtweise hinsichtlich Migration und Integration geführt. Es wurde erkannt, dass Zuwanderung  keine Ausnahmeerscheinung und Integration ein komplexer und vielschichtiger gesamtgesellschaftlicher Prozess ist.
 
Mit dem Zuwanderungsgesetz, welches am 01.01.2005 in Kraft getreten ist, sind die rechtlichen Grundlagen dafür geschaffen worden, Zuwanderung entlang unserer wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Interessen zu steuern und zu begrenzen. Das Zuwanderungsgesetz hat das deutsche Ausländerrecht grundlegend reformiert und es wurde ein gesetzliches Grundangebot an Integrationsleistungen für alle Zuwanderer geschaffen.
 
Der Landkreis Lörrach ist mit etwas mehr als 222.000 Menschen bevölkert. Hiervon sind ca. 25.000 Ausländer (11,1 %). Die Deutschen mit Migrationshintergrund werden bisher statistisch nicht erfasst, deren Anzahl dürfte aber ebenfalls bei ca. 25.000 Menschen liegen (ca. 11 %). Somit leben im Landkreis Lörrach ca. 50.000 Menschen mit Migrationshintergrund, was einem Anteil von ca. 22,5 % an der Gesamtbevölkerung entspricht.
 
Der Landkreis Lörrach zeichnet sich durch eine wachsende Vielfalt von Nationalitäten und Kulturen aus. Die erfolgreiche Integration von bereits hier lebenden Migranten sowie neuen Zuwanderern ist eine Chance zur Entwicklung unserer Region.
 
Voraussetzung für ein konfliktfreies und fruchtbares Zusammenleben verschiedener Kulturen ist die Integration dieser Menschen in das neue gesellschaftliche Umfeld. Dies erfordert eine veränderte Migrations- und Integrationspolitik auf lokaler Ebene. Dabei gilt es, die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Ursachen für Zuwanderung zu beachten und sich dafür einzusetzen, dass weltweit demokratische Strukturen, Achtung der Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Entwicklungen erhalten und gefördert werden, die zur Stärkung des Landkreises Lörrach als attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum beitragen.
Der Gesetzgeber hat mit dem Zuwanderungsgesetz gute Ansätze geschaffen, die jedoch alleine nicht ausreichen sind, um Integration so zu gestalten, dass sie für beide Seiten ein Gewinn ist.
 
Damit die Instrumente des Zuwanderungsgesetzes effizient genutzt werden können, wurde im Laufe des Jahres 2005 unter der Federführung des Landkreises für die Akteure im Bereich der Integration der Arbeitskreis Migration als lokales Netzwerk geschaffen.
 
Es zeigte sich schon bald, dass nur über den Arbeitskreis auf Landkreisebene allein die wichtige Integrationsarbeit in den Städten und Gemeinden vor Ort nicht zu leisten war. Es wurde deutlich, dass ein differenziertes Integrationskonzept für den Landkreis Lörrach notwendig ist, um die Ressourcen zu bündeln und effiziente Maßnahmen zur Integration zu entwickeln und umzusetzen. Aus dieser Erkenntnis wurde für den Landkreis ein Integrationskonzept entwickelt, welches vom Kreistag im März 2007 verabschiedet worden ist.
 
Das Integrationskonzept des Landkreises Lörrach weist auf die zentralen Handlungsfelder der künftigen Integrationspolitik im Landkreis hin und zeigt auf, welche Umsetzungsschritte notwendig sind, damit die Menschen mit Migrationshintergrund in allen Bereichen der Gesellschaft gleichberechtigt teilhaben können.
 
Noch im Jahr 2007 hat der Kreistag die  integrationspolitischen Leitziele verabschiedet, welche den zukünftigen Rahmen einer nachhaltigen und wirkungsvollen Integrationspolitik im Landkreis bilden.
 
Ein ebenfalls auf Initiative des Landkreises gebildeter Fachkreis für Migration und Integration (mit politischer Ausrichtung) soll dazu beitragen, die integrationspolitischen Leitziele mit Leben zu füllen.  
 
Der Landkreis Lörrach ist bestrebt, bestmögliche Bedingungen für positive Integrationsverläufe zu schaffen und entsprechende Integrationshemmnisse abzubauen. Hierbei fungiert der Integrationsbeauftragte als Impulsgeber und Koordinator, wobei die Integrationsarbeit vorrangig vor Ort, nämlich in den Städten und Gemeinden des Landkreises erfolgen muss.
 
Der Integrationsbeauftragte stimmt die Integrationsmaßnahmen, die auf Bundes- Landes-, Landkreis- und Kommunalebene angesiedelt sind, aufeinander ab. Somit können die vorhandenen Förderinstrumente besser auf den Bedarf der unterschiedlichen Gruppen ausgerichtet werden. 
Der Integrationsbeauftragte sorgt für einen Informationsaustausch und fördert die Zusammenarbeit der Akteure. Dabei werden die Kompetenzen und Angebote der Netzwerkpartner gebündelt und Doppelgleisigkeiten beim Vorgehen möglichst vermieden. Die Koordination der Angebote führt nicht nur zu einer größeren Nachhaltigkeit, es verbessert auch die Effektivität des Handelns und ermöglicht einen gezielten Mitteleinsatz.

Wichtigste Aufgaben der Integrationsbeauftragten

  • Optimierung und Koordinierung von Integrationsmaßnahmen
  • Transparenz der Angebote und Maßnahmen
  • Erschließung von Synergieeffekten
  • Netzwerkarbeit (regelmäßige Planungs- und Reflexionstreffen)
  • Kooperation und Vernetzung an den Schnittstellen der einzelnen Maßnahmen unterschiedlicher Akteure und Träger
  • Konzipierung und Umsetzung neuer, innovativer Maßnahmen
  • Kontrolle über Effektivität der Angebote und gezielter Mitteleinsatz
  • Steuerung und fachliche Begleitung der Umsetzung des Integrationskonzeptes des Bundes-, des Landes- und auf Landkreisebene
  • Lobbyarbeit für Menschen mit Migrationshintergrund
  • Erschließung neuer Hilferessourcen
  • Optimierung des Hilfeprozesses
  • Abbau / Vermeidung von Spannungen beziehungsweise Konkurrenz zwischen beteiligten Dienstleistungsanbietern
Persönliche und bedarfsorientierte Einzelfallberatungen mit einer gezielten Initiierung, Steuerung und Begleitung des Integrationsprozesses von Menschen mit ausländischen Wurzeln werden vom Integrationsbeauftragten nicht wahrgenommen. Hierfür stehen für Zuwanderer bis 27 Jahre die Jugendmigrationsdienste und für Zuwanderer ab 28 Jahre die Migrationsberatungsstellen für erwachsene Zuwanderer zur Verfügung.

Ansprechpartner

Frau
Eva Petersik
Integrationsbeauftragte
+49 7621 410-5301
+49 7621 410-95301
E-Mail senden / anzeigen
Integration