Pressemitteilung

Laufendes Beihilfeverfahren „Frosthilfe 2017“


Im Zeitraum vom 19. bis 21. April 2017 wurde insbesondere der Wein- und Obstbau in großen Teilen des Landes Baden-Württemberg und auch im Landkreis Lörrach durch heftige nächtliche Frosteinbrüche geschädigt. Seitens der Landesregierung wurden die Frostnächte wegen der hohen Schäden als ein Katastrophenereignis eingestuft und eine Verwaltungsvorschrift zu einem Entschädigungsverfahren unter der Bezeichnung „Frosthilfe 2017“ in Kraft gesetzt.
 
Seit dem 11. September können erheblich betroffene Landwirte (hauptsächlich Obst- und Weinbaubetriebe) im Rahmen der „Frosthilfe 2017“  bis spätestens 30. Oktober 2017 (Ausschlussfrist) Anträge auf die Beihilfe beim Fachbereich Landwirtschaft und Naturschutz des Landratsamts Lörrach einreichen. Diese müssen vollständig ausgefüllt und unterzeichnet sein. Lediglich fehlende Anlagen wie beispielsweise Ernte- oder Umsatzbelege können auch nachträglich noch zu bereits wirksam eingereichten Anträgen bis spätestens Mitte Dezember nachgereicht werden.
 
Die notwendigen Antragsformulare zur Frosthilfe 2017 sind online abrufbar unter:
www.landwirtschaft-bw.info/pb/MLR.Foerderung,Lde/Startseite/Foerderwegweiser/Frosthilfe+2017
 
Neben einem Antragsmantelbogen mit den allgemeinen Antragsdaten sind für jede betroffene Kultur (z. B. Äpfel, Kirschen, Zwetschgen, Pfirsiche, Reben etc.) eigene Datenblätter auszufüllen. Hierbei sind unter anderem die vom Schaden betroffenen Flurstücke oder Schläge und die jeweilige Schadenshöhe zu nennen.
 
Antragsberechtigt sind Landwirte die wegen des Frostereignisses im Zeitraum vom 19. bis 21. April 2017 einem Naturalschaden von mehr als 30 Prozent auf Basis des Produktionsverfahrens erlitten haben. Anderweitige Schäden, z. B. infolge Hagel, werden nicht entschädigt. Der Schaden wird durch Gegenüberstellung des Erntejahres 2017 mit Vorjahreszeiträumen (3- oder 5-Jahreszeitraum) ermittelt.
 
Entschädigt werden einzelne erwerbsmäßige Produktionsverfahren schwerpunktmäßig im Obst- und Weinbau auf der Grundlage von Großhandelspreisen. Höhere Direktvermarktererlöse können laut Vorgabe des Landwirtschaftsministeriums nicht berücksichtigt werden.
 
Falls ein naturaler Ertragsschaden von nachweislich mehr als 30 Prozent des jeweiligen Produktionsverfahrens im Vergleich zum Durchschnitt der letzten Vorjahre vorliegt, wird die Beihilfe wie folgt erfolgen: Ertrag/ha 2017 x Preis 2017 = Erlös pro ha
 
Diese Summe wird mit den durchschnittlichen Hektarerlösen von drei Vorjahren verglichen. Die Differenz multipliziert mit den Hektaren ergibt den absoluten monetären Schaden. Der konkrete Schaden muss auf geeignete Weise plausibilisiert sein. Nicht entstandene Produktions- und Vermarktungskosten sowie Hagelschäden und gegebenenfalls erhaltene Versicherungszahlungen etc. werden gegengerechnet.
 
Entschädigt wird in Form einer Beihilfe nur ein bestimmter Prozentsatz des Schadens (max. 50 Prozent), der noch festzulegen ist und sich letztlich aus dem beantragten Mittelvolumen aller vorgelegten Anträge ergibt. Die Beilhilfe kann als auszuzahlender Zuschuss oder als Zuschuss zu einem Liquiditätssicherungsdarlehen der L-Bank beantragt werden. Bei der Darlehensvariante muss das über die Hausbank beantragte Liquiditätssicherungsdarlehen mindestens 80 Prozent des entstanden Schadens abdecken. Dies ist durch ein spezielles Formblatt „Bankbestätigung“ nachzuweisen.
 
Der Mindestbetrag der Entschädigung beträgt 3.000 €. Errechnete geringere Beträge kommen nicht zur Auszahlung. Als Zuschussobergrenzen sind 50.000 € je Betrieb festgesetzt, es sei denn, es handelt sich um besondere eindeutig nachzuweisende Härtefallkonstellationen, die dann direkt vom Landwirtschaftsministerium entschieden werden und ausschließlich über Zuschüsse zu Liquiditätshilfedarlehen geregelt werden.
 
Wegen der zu erwartenden Anzahl an Anträgen wird um Einreichung möglichst vollständig ausgefüllter Formulare gebeten. Das Ausfüllen der Anträge ist nicht übermäßig schwierig und kann mit der notwendigen Vorinformation selbstständig erfolgen.
 
Hinweis: Der Fachbereich Landwirtschaft und Naturschutz zieht im Oktober in ein anderes Gebäude nach Lörrach/Hauingen um. Postanschrift und Telefonnummern ändern sich jedoch nicht. Umzugsbedingt ist im Zeitraum ab 20. Oktober gegebenenfalls mit erschwerter Erreichbarkeit sowie mit längeren Wartezeiten bei persönlicher Abgabe zu rechnen. Antragsteller sollten deshalb den Frosthilfeantrag möglichst vor dem 20. Oktober einreichen oder sich vor der Ausfüllung des Antrags beraten zu lassen.
 
Konkrete Anfragen zu allen fachlichen Fragen und zu Beratungsterminen sind bitte direkt an den Fachberater für Weinbau, Herrn Hansjörg Stücklin (Telefon 0761 2187 5827), bzw. an den Fachberater für Obstbau, Herrn Klaus Nasilowki (Telefon 07621 410 4451), zu richten. Die Fachberater können die Anträge auch entgegennehmen. Bei weiteren Fragen, beispielsweise zum Verwaltungsverfahren, können sich die Antragsteller gerne an Herrn Volker Erb (Tel. 07621/410 4428) bzw. an das Verwaltungssekretariat (Tel. 07621/410 4402) wenden.