Windkraft

Windrad Fröhnd

Ziel der neuen Landesregierung ist es, bis 2020 mindestens 10% des Stroms aus heimischer Windkraft zu decken. Dazu wurde 2012 ein neues Landesplanungsgesetz verabschiedet. Neben den Regionalverbänden haben jetzt auch die Kommunen die Möglichkeit, über die Flächennutzungsplanung für die Windkraft geeignete Flächen auszuweisen.

Der 2012 erschienene Windkrafterlass gibt Behörden, Kommunen, Bürgern und Investoren klare Leitlinien für die Genehmigungsverfahren. Die Karten zur Windhöffigkeit ermöglichen einen schnellen Überblick zu potentiell geeigneten Standorten. Weiteres Kartenmaterial zu Naturschutz und forstrechtlichen Aspekten steht ebenfalls zur Verfügung. So kann bereits zu einem frühen Zeitpunkt überprüft werden, auf welchen Flächen der notwendige Ausbau der Windkraftnutzung unter Berücksichtigung bestehender Natur- oder Waldschutzbelange vorangebracht werden kann.

Potentielle Standorte gibt es nach Expertenaussagen viele. 10% des gesamten Strombedarfs in Baden-Württemberg könnte mit Windkraftanlagen gedeckt werden.
Nutzung von Windkraft ist allerdings aufgrund von Naturschutz- und Landschaftsbildaspekten umstritten. Baden-Württemberg nimmt bisher auch einen der letzten „Windkraftplätze“ im Bundesvergleich ein. Unabhängige Studien zeigen, dass sich mit Windenergie auf 0,4 Prozent der Landesfläche ein Fünftel des Strombedarfs decken ließe, also etwa doppelt so viel, wie die Landesregierung bis 2020 anstrebt. Der Jahresertrag von 14.000 GWh Windstrom würde zwölf Millionen Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr vermeiden. Ende 2009 waren in Baden-Württemberg 360 Anlagen mit einer Leistung von 470 MW am Netz (zum Vergleich: in Deutschland 22.000 Windräder mit 26.000 MW).

Dass der Schwarzwald für Windkraftanlagen sehr gute Standorte aufweist, beweisen die Jahresergebnisse zweier Anlagen im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald. Die Anlagen in Yach (1.8 MW) und Brandenberg (1 MW) leisteten 3.6 Mio. bzw. 2.3 Mio. Kilowattstunden. Dies entspricht einer Strommenge für 2000 Haushalte. Die beiden Anlagen liegen hinsichtlich ihrer Ertragswerte auch im Bundesvergleich an der Spitze.

Im Landkreis Lörrach steht eine Windkraftanlage aus dem Jahr 2007 in Fröhnd, eine zweite wurde inzwischen wegen mangelnder Rentabilität wieder abgebaut. Die noch stehende Anlage leistet 1.8 MW (im Jahresmittel können ca. 800 Haushalte mit Strom versorgt werden (Investitionssumme ca. 2 Mio. Euro). Zwischenzeitlich kamen neue Anlagen nach heutigem Stand der Technik hinzu. Im Jahr 2015 wurden in Schopfheim, Gemarkung Gersbach, fünf Anlagen auf dem Rohrenkopf genehmigt. Die Anlagen verfügen über eine installierte Leistung von jeweils 3,0 MW und sind seit Ende 2016 in Betrieb. Ein Jahr später wurden auf dem Glaserkopf, Gemarkung Hasel, ebenfalls fünf Anlagen genehmigt, wovon allerdings nur drei gebaut wurden. Die Anlagen verfügen über eine installierte Leistung von jeweils 3,3 MW und laufen seit November 2017 im Probebetrieb.

Auf der Homepage der LUBW (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz) stehen Informationen zum Download bereit. Folgende Planungshinweise sind auf der Seite erhältlich:
  • Windenergieerlass vom 09.05.2012
  • LUBW-Windenergiepotenziale ab 5,25 m pro Sek in 100 m Höhe und Schutzgebiete nach Naturschutz- und Waldrecht
  • LUBW Windenergiepotenziale ab 5,75 m pro Sek in 100 m Höhe und Schutzgebiete nach Naturschutz- und Waldrecht
  • Verbreitungskarten zu ausgewählten windkraftempflindlichen Artenvorkommen
  • Hinweise für den Untersuchungsumfang zur Erfassung von Vogelarten bei Bauleitplanung und Genehmigung für Windenergieanlagen
Windrad Gersbach
Windräder auf dem Rohrenkopf und Alpakas bei Gersbach
Windräder auf dem Rohrenkopf, Gersbach
Windräder auf dem Rohrenkopf, Gersbach
Windenergieanlagen auf dem Rohrenkopf