Fragen und Antworten

Der Landkreis Lörrach ist gesetzlich verpflichtet Flüchtlinge aufzunehmen und in Gemeinschaftsunterkünften vorläufig unterzubringen. Die Unterbringung von Asylsuchenden wird in Baden-Württemberg durch das Flüchtlingsaufnahmegesetz (FlüAG) geregelt. Nach der sogenannten Erstaufnahme in der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) des Regierungspräsidiums Karlsruhe weist das Land Baden-Württemberg die dort angekommenen Flüchtlinge den Landkreisen zu.

In der Regel befinden sich diese Menschen in einem Asylverfahren oder sie werden auf der Grundlage des Aufenthaltsgesetzes aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen vorübergehend aufgenommen. Nach höchstens 24 Monaten in der Gemeinschaftsunterkunft erfolgt wiederum die sogenannte Anschlussunterbringung nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel in den Gemeinden des Landkreises.
Nach den sehr hohen Flüchtlingszugängen in den Jahren 2014 und 2015 haben sich seit Beginn des Frühjahres 2016 die Zuweisungen wieder normalisiert. Auf Drängen des Landes mussten die Kapazitäten für die vorläufige Unterbringung zeitnah abgebaut werden. So sind aktuell noch 3 Gemeinschaftsunterkünfte in Betrieb, die über insgesamt 498 Plätze verfügen.
Die Gemeinschaftsunterkünfte sind keine „Verwahranstalten“. Der Landkreis Lörrach möchte den Bewohnern ermöglichen, sich einzubringen und weiterzubilden. Jede Gemeinschaftsunterkunft hat daher eine Heimleitung, Hausmeister und mehrere Sozialbetreuer, die sich um die Belange der Flüchtlinge kümmern. Die Heimleitung ist während üblicher Dienstzeiten anwesend, insbesondere zur Koordination der Verwaltung einer Gemeinschaftsunterkunft und ihrer Bewohner.

Die Hausmeister stehen oftmals auch außerhalb der Dienstzeiten mit Rat und Tat für die Bewohner zur Verfügung. Die Mitarbeiter der Sozialbetreuung sind Ansprechpartner und fördern integrative Freizeitbeschäftigungen, wie die Teilnahme an Deutschkursen und anderen Integrationsmaßnahmen. Sie unterstützen die Bewohner auch beim Einstieg in den Arbeitsmarkt, da gerade gut ausgebildete Personen unter den Asylbewerbern und Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt dringend benötigt werden.
Nach den Vorgaben des Flüchtlingsaufnahmegesetzes (FlüAG) steht jedem Flüchtling in der vorläufigen Unterbringung eine durchschnittliche Wohn- und Schlaffläche von mindestens 7 Quadratmetern zu.

Wegen den extrem hohen Flüchtlingszugängen hat das Land Baden-Württemberg vom 14.08.2015 bis zum 31.12.2017 eine Sonderregelung getroffen, wonach eine durchschnittliche Wohn- und Schlaffläche von mindestens 4,5 Quadratmeter pro Flüchtling als ausreichend angesehen worden ist.
Die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften ermöglicht es Heimleitung, Hausmeistern und Sozialbetreuern, den Bewohnern umfassend mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Auch gemeinschaftliche Aktivitäten, wie Deutsch- oder Computerkurse, lassen sich in einer Gemeinschaftsunterkunft besser organisieren. Die Erfahrung zeigt zudem, dass für Menschen, die in ein für sie unbekanntes Land kommen, gerade in der ersten Zeit der Kontakt zu Personen in ähnlichen Lebenssituationen hilfreich ist.

Wo viele Menschen zusammen leben, sind Konflikte nicht ausgeschlossen. Dennoch sieht der Landkreis Lörrach vor allem Vorteile für die betroffenen Menschen bei der Unterbringung in größeren Einheiten. Für viele Flüchtlinge ist nach ihrer Ankunft in Deutschland eine intensive Sozialbetreuung wichtig, die bei einer dezentralen Unterbringung nur schwer zu realisieren wäre.
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