Fragen und Antworten

Der Landkreis Lörrach ist gesetzlich verpflichtet Flüchtlinge aufzunehmen und in Gemeinschaftsunterkünften vorläufig unterzubringen. Die Unterbringung von Asylsuchenden wird in Baden-Württemberg durch das Flüchtlingsaufnahmegesetz (FlüAG) geregelt. Nach der sogenannten Erstaufnahme in der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) des Regierungspräsidiums Karlsruhe weist das Land Baden-Württemberg die dort angekommenen Flüchtlinge den Landkreisen zu.

In der Regel befinden sich diese Menschen in einem Asylverfahren oder sie werden auf der Grundlage des Aufenthaltsgesetzes aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen vorübergehend aufgenommen. Nach höchstens 24 Monaten in der Gemeinschaftsunterkunft erfolgt wiederum die sogenannte Anschlussunterbringung nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel in den Gemeinden des Landkreises.
Seit dem Frühjahr 2016 sind die Zuweisungen von Flüchtlingen in den Landkreis gravierend zurückgegangen. Dies ermöglicht einen schrittweisen Rückbau bestehender Gemeinschaftsunterkünfte, was in enger Abstimmung mit den Städten und Gemeinden geschieht. Seit Jahresbeginn konnten bereits 18 temporäre Einrichtungen wieder geschlossen werden. Derzeit verfügt der Landkreis noch über 8 Gemeinschaftsunterkünfte zur vorläufigen Unterbringung von Flüchtlingen, in denen aktuell rund 595 Menschen leben und betreut werden (Stand: 31.01.2018).
Die Gemeinschaftsunterkünfte sind keine „Verwahranstalten“. Der Landkreis Lörrach möchte den Bewohnern ermöglichen, sich einzubringen und weiterzubilden. Jede Gemeinschaftsunterkunft hat daher eine Heimleitung, Hausmeister und mehrere Sozialbetreuer, die sich um die Belange der Flüchtlinge kümmern. Die Heimleitung ist während üblicher Dienstzeiten anwesend, insbesondere zur Koordination der Verwaltung einer Gemeinschaftsunterkunft und ihrer Bewohner.

Die Hausmeister stehen oftmals auch außerhalb der Dienstzeiten mit Rat und Tat für die Bewohner zur Verfügung. Die Mitarbeiter der Sozialbetreuung sind Ansprechpartner und fördern integrative Freizeitbeschäftigungen, wie die Teilnahme an Deutschkursen und anderen Integrationsmaßnahmen. Sie unterstützen die Bewohner auch beim Einstieg in den Arbeitsmarkt, da gerade gut ausgebildete Personen unter den Asylbewerbern und Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt dringend benötigt werden.
Derzeit hat jeder Bewohner etwa 4,5 Quadratmetern zum Wohnen. Gesetzlich soll jedem Flüchtling ab dem 1. Januar 2017 eine durchschnittliche Wohn- und Schlaffläche von mindestens 7 Quadratmetern zur Verfügung zu stehen. Die Wohnflächen sollen bis dahin schrittweise den neuen Vorschriften angepasst werden.
Die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften ermöglicht es Heimleitung, Hausmeistern und Sozialbetreuern, den Bewohnern umfassend mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Auch gemeinschaftliche Aktivitäten, wie Deutsch- oder Computerkurse, lassen sich in einer Gemeinschaftsunterkunft besser organisieren. Die Erfahrung zeigt zudem, dass für Menschen, die in ein für sie unbekanntes Land kommen, gerade in der ersten Zeit der Kontakt zu Personen in ähnlichen Lebenssituationen hilfreich ist.

Wo viele Menschen zusammen leben, sind Konflikte nicht ausgeschlossen. Dennoch sieht der Landkreis Lörrach vor allem Vorteile für die betroffenen Menschen bei der Unterbringung in größeren Einheiten. Für viele Flüchtlinge ist nach ihrer Ankunft in Deutschland eine intensive Sozialbetreuung wichtig, die bei einer dezentralen Unterbringung nur schwer zu realisieren wäre.
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