Aufbruch in eine nachhaltige Wärmeversorgung
Sieben Städte und Gemeinden des Verdichtungsraums haben gemeinsam mit dem Landkreis Lörrach beim Regionalen Wärmegipfel den Startschuss für ein zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt gegeben: Einen Wärmeverbund für Hochrhein–Oberrhein und Wiesental.
Die mittlerweile abgeschlossene Machbarkeitsstudie zeigt, dass ein regional vernetztes System aus erneuerbaren Wärmequellen eine stabile, bezahlbare und klimafreundliche Wärmeversorgung für die Wärmenetzeignungsgebiete im städtisch geprägten Siedlungsraum in Lörrach, Rheinfelden, Weil am Rhein, Schopfheim, Grenzach-Wyhlen, Steinen und Maulburg ermöglichen kann.
Perimeter des möglichen Wärmeverbunds: Lörrach, Weil am Rhein, Rheinfelden, Schopfheim, Grenzach-Wyhlen, Steinen, Maulburg.
Warum ein Wärmeverbund?
Ein regionaler Verbund bietet deutliche Vorteile gegenüber einzelnen kommunalen Lösungen:
- Nachhaltig & erneuerbar: Nutzung industrieller Abwärme und perspektivisch Geothermie ist nur in großen Wärmenetzen wirtschaftlich möglich. Der Einsatz von Biomasse kann in großen Verbünden begrenzter und effizienter erfolgen.
- Wirtschaftlich effizient: Ein gemeinsames Netz mit gemeinsamen Erzeugern senkt Kosten und macht Wärme langfristig bezahlbar.
- Versorgungssicher: Mehrere Quellen und zentrale Anlagen erhöhen Stabilität und Verlässlichkeit.
- Einfach für Verbraucher: Nahwärme reduziert Wartungsaufwand und ermöglicht moderne, komfortable Heizlösungen.
- Stärkung der Region: Wertschöpfung bleibt im Landkreis, lokale Betriebe profitieren vom Ausbau.
Ergebnisse der Machbarkeitsstudie
- Ein Wärmeverbund kann den künftigen Bedarf im Perimeter zuverlässig abdecken.
- Industrielle Abwärme kann bis zu 60 % der benötigten Energie liefern.
- Einzelne kommunale Wärmenetze wären weniger wirtschaftlich und stärker von einem Energieträger abhängig, also weniger flexibel bzw. resilient.
- Die Wärmewende wird für Kommunen planbar – technisch wie finanziell.
- Ein Verbund der verschiedene heimische Quellen nutzt, schafft langfristig mehr Preissicherheit für Bürgerinnen und Bürger als die Abhängigkeit von einer Wärmequelle.
Bild von links: Dirk Sattur (Badenova), Klaus Müller (Naturenergie), Moderator Ulrich Hoehler, Thekla Walker (Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden Württemberg), Oberbürgermeister Jörg Lutz (Lörrach), Jörg Falkenberg ( Evonik) und Tim Brauckmüller (Aconium).
Rolle des Zweckverbands Breitbandversorgung
Der Zweckverband Breitbandversorgung Landkreis Lörrach tritt bisher als Trägerorganisation für die Machbarkeitsstudie auf. Parallel baut der Zweckverband mit finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums Baden-Württemberg ab 2026 – nach einer Satzungsänderung – eine Tochtergesellschaft auf, für die eine doppelte Aufgabenstellung vorgesehen ist:
- Der Aufbau eines Kompetenzzentrums Wärme für die kreisangehörigen Kommunen sowie die Entwicklung regionaler Märkte und Wertschöpfungsketten – inklusive der Nutzung von Synergien und Fähigkeiten aus dem Glasfaserausbau.
- Gleichzeitig soll als ein Projekt der Tochtergesellschaft die Unternehmens- und Finanzierungsstruktur für den Wärmeverbund Hochrhein–Oberrhein–Wiesental bis zur Entscheidungsreife für die kommunalen Gremien vorbereitet werden.
Bildunterschrift: Ministerin Thekla Walker, Landrätin Marion Dammann und Paul Kempf (Zweckverband Breitbandversorgung) beim Wärmegipfel
Das Projekt Machbarkeitsstudie Wärmeverbund - Hochrhein - Oberrhein - Wiesental wurde gefördert durch
Das Auftraggeberkonsortium für die Machbarkeitsstudie besteht aus
- Große Kreisstädte Lörrach, Rheinfelden (Baden), Weil am Rhein
- Stadt Schopfheim, Grenzach-Wyhlen, Steinen, Maulburg
- Landkreis Lörrach
- den Unternehmen: badenova wärmeplus, naturenergie, EWS Schönau, Evonik Industries Rheinfelden
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Hier finden Sie weitere Informationen:
Präsentation zum Wärmegipfel am 21.11.2025