dreiländereck

Der Landkreis Lörrach liegt im äußersten Südwesten der Bundesrepublik Deutschland im sogenannten "Drei-Länder-Eck" und grenzt mit dem Rhein im Süden an die Schweiz (Basel) und im Westen an Frankreich. Im Dreiland zwischen Freiburg, Colmar und Basel leben knapp 1 Mio. Menschen in einem gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum mit einer hohen Wirtschaftskraft, einer attraktiven Landschaft und einer vielseitigen Kultur. Die guten Standortvoraussetzungen werden durch die trinationale Kooperation über die Grenzen noch potenziert.

Leben in einer pulsierenden Dreiländer-Metropole

Der heutige Landkreis bildet im Alten Reich als Oberamt Rötteln – benannt nach der gleichnamigen, über der Stadt Lörrach thronenden Burg – den südlichsten Teil des markgräflich-badischen Territoriums. Auch nach der staatlichen Neuordnung 1806 und dem Anwachsen Badens zum Großherzogtum bleibt das „Markgräflerland“ ein Grenzgebiet zu Frankreich und der Schweiz. Freiheitliche Ideen von dort führen dazu, dass der Raum Lörrach 1848/49 als frühes Zentrum der Demokratie hervortritt.
Die ehedem vorderösterreichisch-katholischen Orte Zell im Wiesental, Schönau im Schwarzwald und Todtnau waren zuvor im Eiltempo zu badischen Landstädten mit eigenen Ämtern erhoben worden. Nach und nach, über Verwaltungsreformen in den Jahren 1819, 1924 und 1936 kamen diese Gemeinden ebenso wie die „altbadischen“ Verwaltungssitze Schopfheim und Kandern in den Sprengel des Lörracher Landrats. Den letzten großen Flächenzuwachs, um mehr als ein Viertel, erfährt der Landkreis Lörrach bei der Kreisreform 1973. Denn Stuttgart teilt die anliegenden Gebiete der aufgelösten Kreise Müllheim und Säckingen dem südwestlichsten Landkreis Deutschlands zu, der mit Grenzach-Wyhlen auch den südlichsten Ort Baden-Württembergs stellt. Mit Lörrach, Rheinfelden (Baden) und Weil am Rhein sind hier zugleich drei Große Kreisstädte beheimatet.
Der Landkreis Lörrach ist in vielfacher Hinsicht durch das Dreiländereck geprägt. So sind die Industrien am Hoch- und Oberrhein und im Wiesental durch und durch mit dem Wirtschaftsraum Basel vernetzt. Basel, die angrenzenden Schweizer Kantone, das südliche Elsass und der Landkreis Lörrach nehmen gegenseitig Produkte auf, sind Standorte international tätiger Unternehmen und bieten Arbeitsplätze für zahlreiche Grenzgänger. Dies gilt auch für den Dienstleistungssektor, den Handel und darüber hinaus für öffentliche Einrichtungen.

Die wirtschaftliche Wertschöpfung im Landkreis ist so divers wie der Landschafts- und Kulturraum. Die vom Metropolitanraum Basel geprägten Lagen sind städtisch, während im mittleren und oberen Wiesental eine ländliche Prägung vorherrscht. Hier ist allerorten die Landwirtschaft sichtbar, obwohl die Zahl der Haupterwerbsbetriebe zuletzt stark zurückgegangen ist. Außerdem ist der Schwarzwald, zu dem der größte Teil des Landkreises gehört, eine international bekannte und beliebte Tourismusregion für alle Jahreszeiten. Im ländlichen Raum finden sich aber auch zukunftsfähige Gewerbe wie beispielsweise Unternehmen der Medizin- und Hygienetechnik oder der Automobilzulieferindustrie.

In Bezug auf den Verkehr liegt ebenfalls eine besondere (Grenz-) Lage vor. Neben den Transitrouten in Richtung Schweiz und Italien profitiert der Landkreis Lörrach von der Nähe zum Euroairport Basel Mulhouse Freiburg. Große Projekte stehen am Hochrhein an, wo die Bundesautobahn A98 auf Fertigstellung wartet und sich das Land Baden-Württemberg, der Schweizer Bund sowie die Landkreise und Kantone die Elektrifizierung der wichtigen Bahnverbindung Basel-Rheinfelden-Schaffhausen-Singen vorgenommen haben. Der Nahverkehr im Landkreis Lörrach per S-Bahn, Regionalbahn, Bus und Tram ist gut ausgebaut und wird mehr und mehr über die Grenzen hinweg vernetzt.
Über den gemeinsamen alemannischen Nenner hinaus, lässt sich die vom Landkreis Lörrach umschlossene südbadische Ecke  – bei aller landschaftlicher Verschiedenheit von Oberrhein, Hochrhein, Dinkelberg, Kander- und Wiesental sowie Hochschwarzwald – als lebendige Einheit begreifen. Paneuropäische Verkehrsadern kreuzen sich hier und weiten den Blick in Richtung Mittelmeer. Denn das Dreiländereck öffnet viele Wege nach Süden: sei es über das Elsass und die Burgundische Pforte ins Rhonetal oder über die Baselbieter Jurapässe und den Gotthard – mediterrane Gefilde sind kaum drei Autostunden entfernt!
 
Auch die Nahperspektive lohnt: Überregional bekannt sind die kulturellen und kulinarischen Reize des Markgräflerlandes sowie – zumindest aus dem Verkehrsfunk – der Schweizer Grenzübergang bei Weil am Rhein. Dort ist ein Besuch des Vitra Design-Museums empfehlenswert. Der Architekturparcours zieht ein internationales Publikum an und eröffnet zusammen mit dem Lörracher Dreiländermuseum auf deutscher Seite den Reigen der Basler Museumswelt. Weiter im Osten lockt der Naturpark Südschwarzwald die Wanderfreunde. Das Tal der Wiese teilt den Landkreis als natürliche Symmetrieachse und zeigt das starke Gefälle im Gebirge: vom Feldberg bis zur Rheinmündung überwindet der kleine Fluss fast 900 Höhenmeter. Beste Sicht bis zu den Vogesen und den Alpen offeriert Schloss Bürgeln, während der Deutschordenssitz Beuggen am Hochrhein, das Weiherhaus Entenstein in Schliengen oder die Wasserburg Inzlingen romantische Ansichten und Aufenthalte bieten.
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