Caring Cömmunity - das Verbundvorhaben für den Landkreis Lörrach
Das Konzept zum landkreisweite Verbundvorhaben "Caring Cömmunity" wurde in einer Projektgruppe der Kommunalen Pflegekonferenz entwickelt und hat das Ziel zukunftsfeste Pflege- und Sorgestrukturen im Landkreis Lörrach zu schaffen. Von Juli 2026 bis Dezember 2029 werden die Strukturen in einem gemeinsamen Prozess aufgebaut und umgesetzt.
Bereits erfolgreiche Maßnahmen der Kommunalen Pflegekonferenz mit Verstetigungsempfehlung sowie weitere in Projektgruppen entwickelte Ideen werden ebenso in das Verbundvorhaben einbezogen wie bereits bestehende Strukturen im Landkreis Lörrach. Insgesamt stehen dafür 3,1 Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderung erfolgt jeweils zur Hälfte durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat sowie durch Mittel der sozialen Pflegeversicherung und der privaten Pflege-Pflichtversicherung im Einvernehmen mit den Landesverbänden der Pflegekassen Baden-Württemberg und dem Bundesministerium für Gesundheit.
Auf dieser Seite sind wichtige Informationen zum Umsetzungsprozess für Städte, Gemeinden, Akteure aus dem Landkreis, interessierte Fachpersonen, Arbeitsgruppen-, Fachbeirats- und Lenkungskreismitglieder zusammengestellt.
AKTUELLES
Leuchttürme gesucht
Die Durchführung des Vorhabens gliedert sich in drei Mitwirkungsphasen: Entwicklungsphase (ab Oktober 2026), Optimierungsphase (ca. ab März 2027) und Umsetzungsphase (ca. ab November 2027).
In der Entwicklungsphase von Oktober 2026 bis Juli 2027 haben Städte, Gemeinden und Akteure aus dem Landkreis die Möglichkeit als Leuchttürme die Maßnahmenbausteine gemeinsam mit dem begleitenden Fachbeirat in einem moderierten Prozess inhaltlich auszudifferenzieren. Auch der Einstieg zur späteren Optimierungs- oder erst zur Umsetzungsphase ist möglich.
Die Interessenbekundungs-Phase ist abgeschlossen. Die Anmeldungen werden aktuell gesichtet und die Arbeitsgruppen-Plätze zeitnah vergeben.
Die kommenden Termine können Sie bereits jetzt im Abschnitt "Die nächsten Termine" einsehen.
Die Maßnahmenbausteine
Verortung: Zentral beim Landkreis
Ziel: Optimierung überinstitutioneller Schnittstellen in der Begleitung von Personen mit Pflegebedarf
Wichtig: Selbstverpflichtung ist zu beachten
Inhalt: Fallbesprechungen und verstärkte Netzwerkarbeit, Schaffung zentraler (digitaler) Strukturen, Fokus auf den Möglichkeiten der Telematikinfrastruktur
Mitglieder: Städte/Gemeinden mit hauptamtlicher Ansprechperson für Personen mit Pflegebedarf (Städte/Gemeinden ohne Ansprechperson vor Ort können sich dem Verbund über eine Anschubfinanzierung im Tandem oder im Versorgungsverbund anschließen), Akteure mit Schlüsselfunktion (Pflegestützpunkt, Kliniksozialdienst, Kranken- und Pflegekassen), Einrichtungen und –dienste (ambulant, teilstationär & stationär), ggf. Fach-/Hausärzte
Verortung: Zentral beim Landkreis
Ziel: Stärkung formeller Pflege durch zentrale Strukturen, Ermöglichung informeller Netzwerke in der Pflege (Empowerment)
Wichtig: Selbstverpflichtung ist zu beachten, Fachbeirat hat Vorschlagsrecht, Mindestens zwei digitale Module sind zu implementieren (mindestens je eines zum Thema formelle Pflege und eines zum Thema Ehrenamt in der Pflege. Zunächst wird eine Markterkundung zu bestehenden Tools durchgeführt, nur bei Bedarf wird eine Eigenentwicklung erstellt.
Inhalt: Die umzusetzenden digitalen Module orientieren sich an folgenden Modulideen:
Modulideen formelle Pflege: Digitaler Pflegewegweiser, Barrierefreiheitsampel, Onlinetool für Einwanderungsfragen, Einrichtungsübergreifendes Belegungsmanagement für Tagespflegen
Modulideen Ehrenamt in der Pflege: Ehrenamts-Plattform
Mitglieder: Einrichtungen, Dienste & Angebote aus dem Landkreis
Verortung: Dezentral bei Städten/Gemeinden, Koordination durch Landkreis
Ziel: Stärkung der dezentralen Lotsenfunktion in Richtung formeller Pflege und quartiersnaher Unterstützung, ressourceneffiziente Unterstützung von Personen in schwierigen Fallkonstellationen
Wichtig: Selbstverpflichtung ist zu beachten, Pflegestützpunkte & aktuelle Beratungsangebote werden besonders beachtet
Inhalt: Landkreisweiter Ausbau von Ansprechpersonen vor Ort, gezielter Ausbau von Case Management
Mitglieder: Städte/Gemeinden mit hauptamtlicher Ansprechperson (Aufstockung der vorhandene(n) Stellen zur Mitwirkung im Verbund), Städte/Gemeinden ohne hauptamtlicher Ansprechperson (Anschubfinanzierung im Rahmen des Projekts im Tandem oder Versorgungsverbund), Akteure mit Schlüsselfunktion (Pflegestützpunkt, Kliniksozialdienst, Kranken- und Pflegekassen), Einrichtungen und –dienste (ambulant, teilstationär & stationär)
Verortung: Dezentral bei Städten/Gemeinden, Koordination durch Landkreis
Ziel: Bedarfsorientierte Weiterentwicklung der quartiersnahen Strukturen
Wichtig: Selbstverpflichtung ist zu beachten, Fachbeirat hat Vorschlagsrecht
Inhalt: Budgetierter, evidenz- & konsensbasierter Maßnahmenpool für den bedarfsorientierten Einsatz durch Ansprechpersonen vor Ort (siehe Baustein "Ansprechpersonen vor Ort"), verpflichtende & freiwillige Maßnahmen, kostenlose & budgetierte Maßnahmen zu den Themenbereichen
Beteiligungsformate (Caring Community)
Fachkräftemangel aktiv begegnen
Gesund & selbständig bis ins hohe Alter
Bedarfsgerechte Versorgung in der Pflege
Bereits vorhandene Modulideen aus den Projektgruppen der Kommunalen Pflegekonferenz
Dauerhafte Etablierung eines runden Tischs Einwanderung,
Wohnraum-Kampagne nach Freiburger Modell,
gemeinsame Informationsmaterialien / Kampagnen für Tagespflegen, zusätzliche Mobilisierungsoptionen für Fahrdienste von Tagespflegen
Mitglieder: Städte/Gemeinden mit hauptamtlicher Ansprechperson (Aufstockung der vorhandene(n) Stellen zur Mitwirkung im Verbund), Städte/Gemeinden ohne hauptamtlicher Ansprechperson (Anschubfinanzierung im Rahmen des Projekts im Tandem oder Versorgungsverbund), Akteure mit Schlüsselfunktion (Pflegestützpunkt, Kliniksozialdienst, Kranken- und Pflegekassen), Einrichtungen und –dienste (ambulant, teilstationär & stationär)
Arbeitsweise
Für jeden Baustein wird eine Arbeitsgruppe mit themenbezogenen Mitgliedern gegründet. Die Arbeitsgruppen bereiten Entwürfe vor (Entwurfsversionen) und entsenden jeweils 1-2 Obleute in den Verbund-Lenkungskreis.
Der Fachbeirat besteht aus Expert*innen und Experten. Die Aufgabe des Fachbeirats besteht in der Begleitung der Konzeption und Umsetzung der Bausteine. Dazu diskutiert er die Entwürfe der Arbeitsgruppen und tagt mit den Obleuten der Arbeitsgruppen im Verbund-Lenkungskreis
Im Verbund-Lenkungskreis treffen sich Fachbeirat und Obleute aus den Arbeitsgruppen um konsensbasiert die Inhalte der Bausteine final festzulegen (Finalversionen).
Die Altenhilfeplanung des Landkreis Lörrach berät die Verbund-Arbeitsgruppen, den Verbund-Fachbeirats sowie den Verbund-Lenkungskreis mittels aktueller Plan- und Ist-Zahlen aus dem Landkreis.
Die Kommunale Pflegekonferenz (KPK) ist im Landkreis Lörrach ein zentrales Kreisgremium im Bereich Pflege. Dort sind zahlreiche lokale Stakeholder, Kranken-/Pflegekassen sowie Vertreter*innen aller Fraktionen des Kreistags vertreten. Um Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit zu gewährleisten, werden die Finalversionen mit Fristsetzung zur Freigabe / Veto an die Mitglieder des Plenums gesendet. Darüber hinaus wird bei den jährlich stattfindenden, öffentlichen Plenumssitzungen über Stand und Entwicklungen von „Caring Cömmunity“ berichtet.
Das Gesamtvorhaben wird, orientiert an den Inhalten von § 124 SGB XI, evaluiert
Selbstverpflichtung
Entwicklung und Festlegung aller Maßnahmenbausteine erfolgt mit Fachbeirat und Verbundmitgliedern unter Abwägung von Kosten/Nutzen bei einem perspektivischen, bundesweiten Roll-Out
Die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit werden beachtet und marktverfügbare Lösungen vorrangig geprüft
Die zu entwickelnden Strukturen müssen barrierearm und DSGVO-konform sein
Die Bausteine werden unter Berücksichtigung vorhandener Strukturen und relevanter Neuerungen durch das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) sowie gesetzlicher Anpassungen über das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) umgesetzt
Die nächsten Termine
Oktober 2026 (Präsenz, Terminfindung läuft)
Dezember 2026 (online, Terminfindung läuft)
Februar 2027 (online, Terminfindung läuft)
7. Oktober 2026, 10-13 Uhr (online)
12. November 2026, 10-13 Uhr (online)
13. Oktober 2026, 10-13 Uhr (online)
19. November 2026, 10-13 Uhr (online)
21. Oktober 2026, 10-13 Uhr (online)
23. November 2026, 10-13 Uhr (online)
22. Oktober 2026, 10-13 Uhr (online)
30. November 2026, 10-13 Uhr (online)
Dezember 2026 (online, Terminfindung läuft)
Februar 2027 (online, Terminfindung läuft)
Fragen und Antworten
Im Landkreis Lörrach stehen bereits heute alle Versorgungsformen in der Pflege unter hohem Druck, die steigende Nachfrage zu decken. Das informelle Pflegepotenzial durch Angehörige wird den Bedarf nicht decken können, unter anderem da diese Personen zugleich als Arbeitskräfte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt benötigt werden. Die Zahl der 15–24-Jährigen stagniert in den nächsten zehn Jahren, während die Gruppe der 65–74-Jährigen um etwa 27 % zunimmt; mittelfristig scheiden damit mehr Personen aus dem Arbeitsmarkt aus, als nachrücken.
Zukünftig werden also mehr Personen mit weniger Personalressourcen zu versorgen sein. Entsprechend bedarf es dringend einer Weiterentwicklung der Strukturen bei gleichzeitiger Optimierung vorhandener Schnittstellen.
„Caring Cömmunity“ kombiniert einen rahmenden Baustein, zwei flächenwirksame Bausteine und zwei quartiersnah wirkende Bausteine:
Rahmender Baustein
B-I: Fachbeirat
Flächenwirksame Bausteine
B-II: Landkreisweiter Case- / Care-Management-Verbund mit zentralen Strukturen
B-III: Zentrale Strukturen zur Stärkung formeller Pflege und informeller Netzwerke in der Pflege
Quartiersnah wirkende Bausteine
B-IV: Gezielter Ausbau von Ansprechpersonen vor Ort und Case Management
B-V: Evidenz- und konsensbasierter Maßnahmen-Pool
Das Projekt ist im Juli 2026 gestartet und endet im Dezember 2029.
Die Förderung erfolgt jeweils zur Hälfte durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat sowie durch Mittel der sozialen Pflegeversicherung und der privaten Pflege-Pflichtversicherung im Einvernehmen mit den Landesverbänden der Pflegekassen Baden-Württemberg und dem Bundesministerium für Gesundheit.
Case Management bezeichnet die gezielte "Steuerung" von Personen durch das Versorgungsgefüge mit dem Ziel zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Angebote zu nutzen.
Care Management bezeichnet die dafür notwendige, fallübergreifende Zusammenarbeit der beteiligten Professionen und Organisationen.
In Anbetracht der immer angespannteren Versorgungslage wird eine solche gezielte Steuerung und Zusammenarbeit immer wichtiger.
Eine Projektgruppe der Kommunalen Pflegekonferenz hat erfolgreich Fördermittel aus dem Landesprogramm „OrtsnahePflege BW“ eingeworben. Mit dem offiziellen Start am 1. Juli beginnt nun die Umsetzung des Vorhabens, das bis Dezember 2029 mit insgesamt 3,1 Millionen Euro gefördert wird. Mit dem Geld sollen die Pflege- und Versorgungsstrukturen im Landkreis nachhaltig weiterentwickelt werden, insbesondere für über 65-Jährige mit Pflegegrad. Ziel ist unter anderem, ihnen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und Unterstützungsangebote besser miteinander zu vernetzen.
Das Konzept „Caring Cömmunity“ zur landkreisweiten Verbesserung der Pflege- und Sorgestrukturen hatten zahlreiche Akteure aus dem Landkreis gemeinsam mit der Geschäftsstelle der Kommunalen Pflegekonferenz entwickelt. An der Projektgruppe beteiligt haben sich Personen aus den Bereichen Seniorenbeauftragte, Seniorenberatung, Sozialdienst der Kliniken, Pflegestützpunkt, Gesundheitskonferenz, Pflegekassen, Kommunale Verwaltung, Hospiz- und Palliativversorgung und Pflegeinrichtungen/-dienste (ambulant, teilstationär, stationär). Die Idee eines landkreisweiten Verbunds wurde dann in einem Workshop beim „Fachtag Pflege: Versorgungskonzepte der Zukunft?!“ im November 2024 konkretisiert und anschließend mit der Projektgruppe weiterentwickelt. Der Kreistag hat die Bewerbung sowie die Umsetzung des Konzepts im Juli 2025 einstimmig befürwortet.
Bereits erfolgreiche Maßnahmen der Kommunalen Pflegekonferenz mit Verstetigungsempfehlung sowie weitere in Projektgruppen entwickelte Ideen werden ebenso in das Verbundvorhaben einbezogen wie bereits bestehende Strukturen im Landkreis Lörrach.
Die Förderung von Caring Cömmunity erfolgt jeweils zur Hälfte durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat sowie durch Mittel der sozialen Pflegeversicherung und der privaten Pflege-Pflichtversicherung im Einvernehmen mit den Landesverbänden der Pflegekassen Baden-Württemberg und dem Bundesministerium für Gesundheit.
Die Geschäftsstelle der Kommunalen Pflegekonferenz wird durch Mittel des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg unterstützt. Die Umsetzung und Sicherung vordringlicher Maßnahmen wird durch Kreis- und Drittmittel ermöglicht.
Ansprechperson
Frau Dr. Anne Göhner Altenhilfe- und Pflegestrukturplanung, Geschäftsstelle Kommunale Pflegekonferenz