Diabetesprävention

Diabetes zählt zu den am häufigsten chronischen Erkrankungen der deutschen Bevölkerung. Dabei beeinträchtigen die oftmals auftretenden Begleiterkrankungen nicht nur die Lebensqualität, sondern führen auch zu erheblichen direkten und indirekten Kosten. Das Erkrankungsrisiko für Diabetes Mellitus Typ 2 steigt mit zunehmendem Lebensalter sehr stark an. Darüber hinaus erkranken, bedingt durch Bewegungsmangel und Übergewicht, zunehmend auch junge Erwachsene.

Im Landkreis Lörrach hat sich im Jahr 2017 eine Arbeitsgruppe gegründet (siehe Rückblick 2017), welche sich für die Prävention von Diabetes einsetzt. Die Gruppe wird von Herr Dr. Maraun, Chefarzt der Inneren Medizin im Kreiskrankenhaus Schopfheim und Frau Hipp von der Stabsstelle der Gesundheitskonferenz geleitet.

Definition Diabetes

Löffel mit Zucker Diabetes mellitus (allgemein oft auch als „Zuckerkrankheit“ bezeichnet) ist der Sammelbegriff für unterschiedliche Störungen des Stoffwechsels, deren Leitbefund chronisch erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) sind. Die Ursache liegt entweder in einer gestörten Produktion und Ausschüttung des Hormons Insulin (Insulinsekretionsstörung) oder einer gestörten Insulinwirkung (Insulinresistenz) oder auch beidem.

Es gibt unterschiedliche Formen der Diabeteserkrankung, die sich hinsichtlich der Ursachen, dem Zeitpunkt des Auftretens, der Prognose und der Häufigkeit stark unterscheiden. Die einzelnen Definitionen finden Sie in der unten stehenden Auflistung.

Quelle: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren (Hrsg.) (2015). Diabetes mellitus Typ 2 und Schwangerschaftsdiabetes – Maßnahmenplan zur Umsetzung des Gesundheitsziels „Diabetes mellitus Typ 2 Risiko senken und Folgen reduzieren“ auf Landesebene Baden-Württemberg. Krautheimer Werkstätten für Menschen mit Behinderung gem. GmbH.

Rund 90 bis 95 Prozent aller Menschen mit Diabetes weisen einen Diabetes mellitus Typ 2 auf. Der Diabetes mellitus Typ 2 ist durch eine gestörte Produktion und Ausschüttung des Insulins und durch eine verminderte Wirkung des Insulins gekennzeichnet. Da die meisten Personen im mittleren bis höheren Lebensalter an Diabetes mellitus Typ 2 erkranken, wird diese Form der Erkrankung landläufig oft auch als „Alterszucker“ bezeichnet. Die Erkrankung betrifft zunehmend aber auch jüngere Menschen. Sie bleibt zudem häufig über längere Zeit unerkannt, da anfangs über viele Jahre keine oder kaum Beschwerden vorhanden sind. Zum Zeitpunkt der Diagnose finden sich daher bereits bei einem erheblichen Anteil von Betroffenen Begleiterkrankungen.
Die Therapie besteht hauptsächlich in Allgemeinmaßnahmen wie Änderung von Lebensgewohnheiten (z. B. Ernährung, Bewegung) und medikamentösen Maßnahmen (z. B. Tabletten, Insulin) sowie der Behandlung von Begleiterkrankungen (z. B. Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck).
In Deutschland sind mehr als sechs Millionen Menschen davon betroffen. Die Zahl der Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 ist in der Vergangenheit stark angestiegen und wird nach Meinung von Experten weiter ansteigen.
Der Diabetes mellitus Typ 1 tritt eher in jüngeren Jahren auf (Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene), weswegen er auch manchmal als „jugendlicher Diabetes“ bezeichnet wird. Aufgrund einer Zerstörung der Zellen, die im Körper das Hormon Insulin produzieren, besteht eine lebenslange Notwendigkeit, das lebensnotwendige Hormon Insulin zu spritzen. Bisher gibt es keine Möglichkeit, den Ausbruch der Erkrankung zu vermeiden. Zirka 350.000 Menschen sind in Deutschland an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankt, davon zirka 30.000 Kinder und Jugendliche.
Unter einem Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) versteht man erhöhte Blutzuckerwerte während der Schwangerschaft. Es handelt sich um eine Glukosetoleranzstörung, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt und mit einem standardisierten Zuckerbelastungstest diagnostiziert wird. Die Diagnose ist bereits bei einem erhöhten Glukosewert möglich.
Frauen, die einen Gestationsdiabetes entwickeln, weisen meist die gleichen Risikofaktoren wie Frauen mit einem Diabetes mellitus Typ 2 auf. Ein unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes stellt ein hohes gesundheitliches Risiko für sowohl die Mutter, als auch das Kind dar.
In Deutschland wiesen insgesamt 29.103 Frauen, das sind 4,4 Prozent aller Schwangerschaften im Jahr 2013, einen Schwangerschaftsdiabetes auf. Die Zahl ist in den letzten Jahren leicht angestiegen. Die Therapie besteht hauptsächlich in der Schulung, Änderung von Lebensgewohnheiten (z. B. Ernährung, Bewegung) und Insulintherapie. Rund 35 bis 60 Prozent der Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes erkranken innerhalb von zehn Jahren an einem Diabetes mellitus Typ 2, so dass Präventionsangebote im Sinne einer Lebensstilmodifikation für diese Gruppe von Patientinnen sinnvoll und notwendig sind.
Diabetes kann in eher seltenen Fällen auch als Folge einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung (z. B. Pankreatitis, zystische Fibrose, operative Entfernung der Bauchspeicheldrüse), im Zusammenhang mit anderen hormonellen Erkrankungen (z. B. Cushing-Syndrom, Akromegalie, Phäochromozytom), aufgrund von Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Glukokortikoide, Neuroleptika, Alpha-Interferon, Pentamidin) oder genetischen Störungen der Zellen, die das Hormon Insulin produzieren (z. B. MODY-Formen), bzw. der Insulinwirkung entstehen.

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Rückblick 2017

Testen Sie Ihr Risiko!

Nutzen Sie die Chance und machen Sie den Test: Mit nur 8 einfachen Fragen können Sie ein mögliches  Risiko, in den nächsten 10 Jahren an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, vorhersehen.
Sie finden den Test, auch in mehreren Sprachen übersetzt, auf der Seite des Landesgesundheitsamtes:
GesundheitsCheck Diabetes
Je eher Sie Ihr Diabetes Risiko kennen, umso früher können Sie etwas für sich tun.

Weiterführende Informationen:

Blutzuckermessung
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