Leistungen im Rahmen der Eingliederungshilfe

Aufgabe der Eingliederungshilfe ist es, behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen in die Gesellschaft einzugliedern und ihnen die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen oder zu erleichtern.

Um passgenaue Hilfe gewähren zu können, ist eine qualifizierte Beratung und Information über die mögliche Vorgehensweise notwendig, sowie die Ermittlung des individuellen Bedarfs. Durch die Bedarfsermittlung und Hilfeplanung wird festgestellt, welche Unterstützungsleistungen der Mensch mit Behinderung in seiner Situation braucht und in Anspruch nehmen möchte.


Anhand der nachfolgenden Grafik wird der Ablauf der Antragstellung in Kurzform dargestellt:


Persönliches Erstgespräch

Schritt 1: Persönliches Erstgespräch

Hier beraten und informieren wir Sie zu den Möglichkeiten der Eingliederungshilfe (auf Wunsch auch in Ihrem ganz persönlichen Lebensumfeld).
Außerdem erhalten Sie hier wichtige Informationen zum Antrag, weswegen Sie           das Erstgespräch unbedingt wahrnehmen sollten.
Antrag stellen

Schritt 2: Sie stellen den Antrag

Beim persönlichen Erstgespräch erhalten Sie einen Antrag, den Sie uns ausgefüllt zurückgeben. Wenn Sie es wünschen, füllen wir Ihren Antrag auch gerne gemeinsam mit Ihnen aus.
Erst nach Vorlage des Antrages können wir für Sie weiter tätig werden.
Ziel- und Leistungsplanung

Schritt 3: Ziel- und Leistungsplanung

Nach Prüfung der Antragsvoraussetzungen werden wir Ihren individuellen Hilfebedarf feststellen und die Ziel- und Leistungsplanung erstellen.
Leistungsbescheid

Schritt 4: Leistungen

Zuletzt bekommen Sie einen Bescheid über Art und Umfang der bewilligten Leistungen. Danach kann zeitnah die jeweils bewilligte Leistung durch einen Leistungserbringer
in Anspruch genommen werden.
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Anspruchsvoraussetzungen, Anträge


Rechtsgrundlage für alle Leistungen ist das Zwölfte Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII), in Fällen der Eingliederungshilfe in Verbindung mit dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX), in Fällen der Hilfe zur Pflege in Verbindung mit dem Elften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI).
Grundsätzlich müssen der Leistungsberechtigte selbst, sein Ehegatte oder Lebenspartner oder bei Minderjährigkeit des Leistungsberechtigten die Eltern ihr Einkommen und Vermögen nach bestimmten Vorschriften einsehen lassen. Die genannten Personengruppen bilden hierbei eine Bedarfsgemeinschaft nach § 19 SGB XII. Es gilt die Einkommensgrenze nach § 85 SGB XII. Bei der Bewilligung von Leistungen für behinderte Kinder und Jugendliche zahlen die Eltern in der Regel lediglich einen Kostenbeitrag, der auf die Höhe der häuslichen Ersparnis infolge der Durchführung der Maßnahme beschränkt ist. Es handelt sich um so genannte priveligierte Maßnahmen, die in § 92, Abs. 2 SGB XII aufgezählt sind.
Bei detaillierten Fragen stehen Ihnen selbstverständlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Leistungsbereiche für Auskünfte zur Verfügung:

Wichtigste Leistungen im Bereich der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung


Die Aufgaben der Sozialhilfe umfassen alle Maßnahmen der medizinischen, schulischen, beruflichen und der sozialen Rehabilitation.

Zu den wichtigsten Leistungen der Eingliederungshilfe zählen:

Frühför­­­de­rung behin­­­der­ter und von Behin­­­de­rung bedrohter Kinder ist eine Aufgabe, die wir in fachüber­­­­­grei­­­fen­­­der Zusam­­­men­ar­­­beit angemes­sen erfüllt werden. Medizi­­­ni­­­sche, psycho­lo­­­gi­­­sche, pädago­­­gi­­­sche und soziale Maß­nah­­men sind dabei als unver­­­­­zicht­­­bare Bestan­d­­­teile eines ganzheit­­­li­chen Konzepts zu sehen, in das die Familie einbezogen ist.
Früh­­för­­­de­rung wendet sich an behin­der­te und von Behin­­­de­rung bedrohte Kinder von Geburt bis zur Einschu­­­lung. Der Familie bietet sie Stützung und Stabi­­­li­­­sie­rung, Beratung und Anleitung. Frühför­­­de­rung strebt an, Auf­fäl­­­lig­kei­ten oder Beein­träch­ti­­­gun­­­gen möglichst früh zu erkennen, das Auf­tre­ten von Behin­­­de­run­­­gen zu verhüten, Behin­­­de­run­­­gen und ihre Folgen zu mildern oder zu beheben
Kinder, die aufgrund ihrer körper­­­li­chen, geistigen oder seelischen Ent­wick­­­lung, während des Besuches einer Kinder­ta­­­ge­s­ein­rich­tung einen beson­­de­ren Unter­­­stüt­­­zungs­­­­­be­darf haben, können
pädago­­­gi­­­sche und/oder beglei­tende Hilfen erhalten oder
eine Förderung in einer IN-Gruppe erhalten.Zu beachten ist hierbei, dass pädagogische und/oder begleitende Hilfen für seelisch behinderte Kinder durch die Jugendhilfe gewährt werden
Soweit Kinder und Jugend­­­­­li­che mit einer kör­per­­­li­chen oder geistigen wesent­­­li­chen Behin­­­de­rung auch beim Besuch einer allge­­­mei­­­nen Schule einen Bedarf an Unter­­­stüt­­­zung haben, können auch hier Hilfen möglich sein.Kosten für eine behin­­­de­rungs­­­­­be­­­dingt notwendige Beför­­­de­rung auf dem Schulweg unter­­­lie­­­gen den Schüler­­­be­­­för­­­de­rungs­­­­­­richt­­­li­­­nien des Fachbereich Verkehrs
Leistungen zur Teilhabe am Arbeits­le­­ben können von verschie­­de­­nen Rehabi­­­­li­ta­ti­­­­ons­trä­­­­gern gewährt werden. Neben dem Inte­­­gra­ti­­­­ons­amt sind dies vor allem die Arbeits­­­­ver­­­­wal­tung und der Renten­­­­ver­­­­­­­si­che­rungs­trä­ger.
Für behinderte Menschen, die noch nicht, nicht mehr oder vorüber­ge­hend nicht auf dem freien Arbeits­­markt tätig sein können, bieten die anerkann­ten Werkstät­ten für behinderte Menschen (WfbM) die Möglich­keit zur Teilhabe am Arbeits­le­­­­ben und zur Ein­glie­­­­de­rung in das Arbeits­le­­­­ben. Sie bieten behin­­­­der­ten Menschen einen Arbeits­­­­platz oder Gelegen­heit zur Ausübung einer geeigneten Tätigkeit. Für Leis­tun­­­gen im Eingangs­­­­ver­­­­fah­ren und Berufs­­­­­­­bil­­­­dungs­­­­­­­be­reich ist die Arbeit­s­a­­­gen­tur, für Leistungen im ansch­­­lie­­­­ßen­­­­den Arbeits­­­­be­reich oder in der Förder- und Betreu­ungs­­­­­­­gruppe ist die Einglie­­de­rungs­­hilfe zuständig
Wohnrau­­­man­pas­­­sung, Betreute Wohnformen für Menschen mit geis­ti­­­ger/­­­kör­­­per­­­li­cher oder seeli­scher Behin­­­de­rung
Menschen mit einer körper­­­li­chen, geistigen oder seelischen Behin­­­de­rung, die aufgrund ihrer Einschrän­­­kun­­­gen nicht oder nur bedingt selbstän­­­dig wohnen können, erhalten Leistungen für ambulantes oder statio­näres Wohnen.
Die Hilfen zur Wohnungs­­­er­hal­tung umfassen z. B. die notwen­­­di­­­gen Umbauten und Aus­stat­tun­­­gen, wenn der behin­­­der­te Mensch Eigentümer ist. Der Einsatz von Ein­kom­­men und Vermögen im Rahmen der sozial­hil­­­fe­recht­­­li­chen Bestim­­­mun­­­gen sowie vorrangige Kosten­trä­­­ger (z. B. Kranken-/Pfle­­­ge­­­kasse, Ren­ten­­­ver­­­­­si­che­rung, Arbeits­­­ver­­­wal­tung, Integra­ti­­­ons­amt) sind zu prüfen
Im Rahmen der Einglie­­­de­rungs­­­hilfe für behin­der­te Menschen nach den Bestim­­­mun­­­gen zum Zwölften Sozial­­­ge­­­setz­­­buch (SGB XII) können Hilfs­­­mit­tel finan­­ziert werden, die wegen einer wesent­­­li­chen Behin­­­de­rung erfor­­­der­­­lich sind und nicht in den Leistungs­­­­­be­reich eines anderen Kosten­trä­­­gers fallen. Der Einsatz von Einkommen und Vermögen ist nach den sozial­hil­­­fe­recht­­­li­chen Bestim­­­mun­­­gen zu prüfen
KFZ-Hilfe kann gewährt werden, wenn die Benutzung eines Kraftfahrzeuges wegen einer wesentlichen Behinderung regelmäßig täglich notwendig ist. Hierzu zählen keine Fahrten zu ärztlichen oder medizinischen Maßnahmen, zur Tagespflege und zum Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz. Der Einsatz von Einkommen und Vermögen im Rahmen der sozialhilferechtlichen Bestimmungen ist zu prüfen. Für Fahrten zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft steht der Beförderungsdienst für schwerstbehinderte Menschen im Landkreis Lörrach zur Verfügung
Das Persönliche Budget ist eine besondere Leistungsform für die Gewährung von Teilhabeleistungen.
Anstatt der traditionellen Sach- oder Dienstleistung erhält der behinderte Mensch Geld oder - in Ausnahmefällen - Gutscheine, mit denen er sich die erforderliche Rehabilitationsleistung selbst einkaufen kann.
Durch die Leistungsform des Persönlichen Budgets soll das Selbstbestimmungsrecht des behinderten Menschen gestärkt werden. Er kann so selbst entscheiden, wann welcher Dienst und welche Person die benötigte Unterstützung erbringen soll; beauftragt und bezahlt als Kunde den Leistungserbringer unmittelbar selbst.
Das Verwaltungsverfahren ist in § 17 SGB IX und in der Budgetverordnung (BudgetV) festgelegt.
Die Höhe des Persönlichen Budgets orientiert sich am individuellen Bedarf und soll die Höhe der bisherigen Sachleistungen nicht überschreiten.
Grundlage des Persönlichen Budgets ist eine Zielvereinbarung zwischen dem leistungsberechtigten Menschen (Budgetnehmer) und dem oder den Leistungsträger.
Sind mehrere Leistungsträger beteiligt, spricht man von einem „trägerübergreifenden Persönlichen Budget".