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Kernobsternte hat begonnen


Die außergewöhnliche Hitze und langanhaltende Trockenheit haben den Obstbäumen im Landkreis Lörrach in diesem Jahr deutlich zugesetzt: Die Schäden reichen von absterbenden Bäumen über Sonnenbrand bis zu vorzeitigem Fruchtfall. Zugleich haben die milden Temperaturen im Frühjahr zu einem frühen Blühbeginn geführt, weshalb die Ernte bereits Mitte August begonnen hat, rund drei Wochen früher als im langjährigen Mittel. Mit den lagerfähigen Tafelobst- und Mostobstsorten erreicht sie jetzt ihren Höhepunkt. Insgesamt wird eine mäßige Apfel- und Birnenernte erwartet.

Hitze und Trockenheit beeinträchtigen die Tafelobsternte
Die vielen Hitzetage mit Temperaturen über 32 Grad haben in den Obstanlagen zu deutlichen Ernteausfällen durch Sonnenbrand und damit zu Ernteausfällen geführt. Besonders betroffen sind Anlagen ohne Hagelschutznetze. Auch die anhaltende Trockenheit hat die Bäume belastet. Da in den meisten Obstanlagen keine feste Bewässerungsmöglichkeit besteht, mussten viele Betriebe mit Traktor und Wassertank notbewässern.

Die Folgen sind vor allem kleinere Früchte und geringere Erträge. Lokal begrenzt kamen Ausfälle durch Hagelschlag hinzu.

Auch europaweit fällt die Ernte bei Äpfeln geringer aus. Beim Prognosfruit-Kongress in Konstanz wurde Anfang August eine um 16 Prozent geringere Tafelapfelernte als im Vorjahr prognostiziert. Die starken Einbußen sind durch Spätfröste, Hitze und Trockenheit entstanden. Bei Birnen wird dagegen europaweit mit leicht höheren Erträgen gerechnet.

Zu den geringeren Ernteerwartungen kommen für die Obstbaubetriebe stark gesunkene Erzeugerpreise hinzu. Sie sind derzeit nicht kostendeckend. Gründe dafür sind unter anderem noch vorhandene Lagerbestände aus dem Vorjahr, die zeitnah abverkauft werden müssen, und ein sinkender Konsum von Tafeläpfeln.

Streuobstwiesen und Hausgärten – Früchte ausreifen lassen
Auch auf den Streuobstwiesen und in Hausgärten hat der heiße und trockene Sommer Spuren hinterlassen. Die meisten Obstbäume haben die extreme Witterung überlebt. Ausfälle gab es vor allem bei Bäumen, die in den letzten drei Jahren gepflanzt wurden, sowie an ungünstigen Standorten.

Sonnenbrand und Hagel haben vielerorts zu Fruchtschäden geführt. Die an den Bäumen reifenden Früchte sind in diesem Jahr deutlich kleiner und weniger saftig als üblich, dafür aber süßer.

Zusätzlich haben Trockenheit und Apfelwicklerbefall häufig vorzeitigen Fruchtfall verursacht. Baumbesitzende sollten sich dadurch jedoch nicht verleiten lassen, die verbleibenden Früchte vorzeitig zu ernten oder herunterzuschütteln. Für den direkten Verzehr und die Verarbeitung zu Most oder Mus und für die Verwendung in der Brennerei sollten die Früchte möglichst vollreif sein.

Mostobst im Landkreis Lörrach verwerten

Wer überschüssiges Mostobst hat, kann es auch in diesem Jahr über verschiedene Angebote im Landkreis Lörrach verwerten lassen. Eine Übersicht über die aktuellen Möglichkeiten bietet das Faltblatt „Verwertung von Mostobst im Landkreis Lörrach 2026“. Es ist unter www.loerrach-landkreis.de/obstbau abrufbar und auch im Landratsamt erhältlich.

Beliebt ist die Möglichkeit, Saft aus eigenen Früchten herstellen zu lassen. Diesen Service bieten der Rüttehof in Wollbach, die Gemeinde-Trotte in Karsau und die Brennerei Wiedmann-Wenk in Minseln. Zusätzlich kommt die mobile Safterei Schütterle nach Efringen-Kirchen, Steinen und Wehr. Bei den meisten Angeboten ist eine Anmeldung mit ungefährer Mengenangabe erforderlich.