Pressemitteilung

Zahl der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten steigt wieder leicht an


Nachdem die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten von November letzten Jahres bis Februar rückläufig waren und mit 481 Inobhutnahmen auch deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums mit 627 Inobutnahmen lagen, verzeichnet der Landkreis mittlerweile wieder einen leichten Anstieg an unbegleiteten geflüchteten Kindern und Jugendlichen im März und April mit 155 Inobhutnahmen (2023 im Vergleichszeitraum: 121).

Aktuell nimmt das Jugendamt des Landkreises pro Woche zwischen 10 und 20 geflüchtete Minderjährige vorläufig in Obhut. Derzeit geht das Landratsamt davon aus, dass die Zahlen in den kommenden Wochen wie auch im vergangenen Jahr weiter ansteigen werden.

Derzeit hat der Landkreis genügend Kapazitäten, da die Kinder und Jugendlichen in der Regel nur wenige Wochen im Landkreis bleiben und im Anschluss in anderen Landkreisen untergebracht werden. Derzeit gibt es im Landkreis Unterkünfte in Eimeldingen mit 60 Plätzen, in Maulburg mit 100 Plätzen und in Lörrach-Hauingen mit 25 Plätzen.

Eine Unterkunft in Lörrach mit 35 Plätzen wurde Ende April geschlossen. Die Unterkunft in Schönau mit 100 Plätzen wurde bereits im März wegen der vergleichsweise niedrigen Zugangszahlen nicht mehr belegt. Der Landkreis hat die Schönauer Unterkunft noch bis mindestens Ende des Jahres zur Verfügung, um schnell reagieren zu können, falls mehr geflüchteten Minderjährige im Landkreis ankommen.

Der Landkreis Lörrach steht aufgrund seiner Grenzlage bei der Aufnahme von geflüchteten Menschen im landesweiten Vergleich besonders im Fokus. Allein im vergangenen Jahr sind knapp 1.800 unbegleitete minderjährige Geflüchtete angekommen und vom Landratsamt vorläufig in Obhut genommen worden – mehr als in jedem anderen Landkreis in Baden-Württemberg. Auch in diesem Jahr hat der Landkreis in den ersten vier Monaten 305 unbegleitete minderjähriger Geflüchtete aufgenommen und damit ungefähr so viel wie im Vorjahreszeitraum mit 317 Minderjährigen. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 lag die Zahl in den ersten vier Monaten bei lediglich 27 unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten.

Hintergrundinformationen zum Ablauf der vorläufigen Inobhutnahme
Unbegleitete geflüchtete Kinder und Jugendliche unterliegen dem Kinder- und Jugendschutz und durchlaufen daher andere Verfahren als erwachsene Geflüchtete. Sie kommen nicht in den Gemeinschaftsunterkünften unter, sondern in Inobhutnahmestellen mit altersentsprechender Sozialbetreuung. Sie werden im Normalfall von der Bundespolizei aufgegriffen und umgehend dem Landkreis Lörrach als zuständigem Träger der öffentlichen Jugendhilfe übergeben. Die Ankünfte der jungen Menschen sind daher nicht im Voraus planbar. Bis zur Weiterverteilung in andere Landkreise in Deutschland muss sich der Landkreis Lörrach vor allem um die Altersfeststellung, die ersten Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen und die medizinische Erstuntersuchung kümmern. In der Regel bleiben die Jugendlichen sechs bis acht Wochen im Landkreis Lörrach bis sie in andere Land- oder Stadtkreise zugewiesen werden. Stellt sich heraus, dass die Geflüchteten bereits volljährig sind, werden sie an die Landeserstaufnahmestelle für Asylsuchende in Karlsruhe weitergeleitet.

Inobhutnahmen von unbegleiteten geflüchteten Kindern und Jugendlichen im Landkreis Lörrach 2022-2024

Monate

Vorl. Inobhutnahme

pro Jahr

01/22

10

521

02/22

8

03/22

3

04/22

6

05/22

5

06/22

10

07/22

8

08/22

8

09/22

12

10/22

20

11/22

277

12/22

154

01/23

130

1738

02/23

66

03/23

50

04/23

71

05/23

83

06/23

84

07/23

120

08/23

231

09/23

293

10/23

279

11/23

204

12/23

127

01/24

98

305

02/24

52

03/24

74

04/24

81