Pressemitteilung

Neue Krankheit bei Wiederkäuern


Seit vergangenem Herbst verbreitet sich eine neue Tierkrankheit über Deutschland und die Nachbarländer Belgien, Luxemburg, Frankreich und die Niederlande. Bundesweit sind bisher knapp über 1000 Betriebe betroffen – Nordrein-Westphalen verzeichnet die meisten Erkrankungen gefolgt von den nördlichen Bundesländern. Aber auch Baden-Württemberg hat bereits mit Stand 29.03.2012 rund 30 Erkrankungsfälle. Es ist zu erwarten, dass es mehr werden.
Während die Virusinfektion für den Menschen ungefährlich ist und  die Krankheit auch nicht über die Lebensmittelkette durch Fleisch und Milch übertragen werden kann, klagen Landwirte und Schäfer über hohe Tierverluste. Empfänglich für das Virus sind Wiederkäuer – Rinder und vor allem Schafe und Ziegen. Es muss angenommen werden, dass auch Wildbestände betroffen sind.
Dabei zeigen die mit dem Schmallenberg-Virus infizierten Muttertiere selbst oft keine Symptome. Erst die verkrüppelten Gliedmaßen ihrer Jungen, die häufig kurz nach der Geburt sterben, weisen auf die Krankheit hin, die von kleinen blutsaugenden Stechmücken, den Gnitzen, übertragen wird.
In der Regel erholen sich die Muttertiere von der Krankheit vollständig - vergleichbar mit einer Grippe, die sogar eine anhaltende Immunität gegen das Schmallenberg-Virus auslösen kann. Nächste Nachkommen werden nach bisheriger Erfahrung gesund geboren.
An Tierhalter geht die dringende Empfehlung Rinder, Schafe und Ziegen prophylaktisch gegen eine Infektion zu schützen. Da das Schmallenberg-Virus, wie auch das Blauzungen-Virus, von kleinen spezialisierten Stechmücken übertragen wird, sollen Repellentien, d.h. insektenabwehrende Mittel wie zum Schutz gegen den Überträger der Blauzungenkrankheit angewendet werden. Diese Maßnahme verspricht die besten Erfolge, um die Insekten von den Tieren fernzuhalten und einer Infektion vorzubeugen.
Tierhalter, Tierärzte und Jäger sind angehalten, Erkrankungsfälle, die auf eine Schmallenberg-Virus-Infektion hinweisen, beim Veterinäramt zu melden. Leitsymptome sind schwere Missbildungen und Störungen des Zentralnervensystems bei Lämmern, Kälbern und Rehkitzen. Die Tiere sind nicht überlebensfähig. Häufig kommt es bereits während der Tragzeit zu Aborten.