Kommunale Gesundheits- und Pflegekonferenz setzen wichtige Impulse für den Landkreis Lörrach
Landkreis Lörrach. Am Samstag, 27. Juni, tagten unter Leitung von Landrätin Marion Dammann die Kommunale Gesundheitskonferenz sowie die Kommunale Pflegekonferenz des Landkreises Lörrach. Die Veranstaltungen waren trotz sommerlicher Temperaturen gut besucht. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen, neue Projekte und die nachhaltige Sicherung erfolgreicher Maßnahmen in der Gesundheits- und Pflegeversorgung.
- Gesundheitskonferenz: Gesundheitskompetenz und digitale Orientierung stärken
Die Stabsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz präsentierte den aktuellen Geschäftsbericht und die Aktivitäten der Arbeitsgruppen „Medizinische Versorgung“, „Gesund aufwachsen“ sowie „Gesund und selbstständig bis ins hohe Alter“. Ein zentrales Thema bleibt die Gewinnung von Gesundheitsfachkräften, insbesondere im hausärztlichen Bereich. Stabsstellenleiter Alexander Mion informierte über die zahlreichen Maßnahmen des Landkreises zur Nachwuchsgewinnung.
Pia Zimmermann präsentierte die Erstinfo-Broschüre für Schwangere und werdende Eltern. Sie ist ab sofort bei den gynäkologischen Praxen im Landkreis sowie beim St. Elisabeth-Krankenhaus erhältlich, bündelt wichtige Informationen und Anlaufstellen im Landkreis und verweist per QR-Code auf die Online-Plattform „GesundSozial.digital“. Positiv entwickelt sich auch das Projekt „Bewegungspass“, der die motorische Entwicklung von Kindern in Kita, Kindertagespflege, Sportvereinen und Grundschule spielerisch fördert. Eine Befragung der teilnehmenden Einrichtungen zeigt eine hohe Zufriedenheit und Weiterempfehlungsrate.
Ein weiterer Schwerpunkt war das neue, vom Sozialministerium Baden-Württemberg geförderte Projekt „NAVI-G“. Zusammen mit der Stadt Stuttgart und fünf weiteren Stadt- und Landkreisen entwickelt der Landkreis Lörrach Angebote, die Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, sich im zunehmend komplexen Gesundheitssystem besser zurechtzufinden und passende Anlaufstellen zu finden. Isabell Dörflinger erläuterte, dass die Stärkung der Gesundheitskompetenz deshalb in den kommenden zwei Jahren das Schwerpunktthema der Kommunalen Gesundheitskonferenz sein wird.
Ergänzend wird derzeit mit dem Sozialen Dienst der Kliniken des Landkreises ein Pilotprojekt umgesetzt. Eine Kombination aus einer Broschüre und der Verlinkung auf die Plattform „GesundSozial.digital“ soll Patientinnen und Patienten während ihres Aufenthalts und vor allem in der entscheidenden Phase der Entlassung aus dem Krankenhaus unterstützen.
Ein Jahr nach dem Start von „GesundSozial.digital“ hat sich die Online-Plattform zu einer zentralen und kontinuierlich wachsenden Informations- und Orientierungsplattform für Gesundheits-, Pflege- und Sozialthemen im Landkreis Lörrach entwickelt. Projektleitung Oli Lou Kramer berichtete, dass das kostenlose Angebot bereits von mehr als 10.000 Nutzenden aufgerufen wurde. Etwa 750 Anbieter aus dem Landkreis sind inzwischen erfasst. Das Projekt wird bis 2027 von der Fritz-Berger-Stiftung getragen und mit Unterstützung der AOK Hochrhein-Bodensee und vielen weiteren Akteuren realisiert. Im Mai 2026 wurde das Projekt mit dem zweiten Preis bei der Internationalen Bodensee-Konferenz in der Kategorie „Gesundheit und Prävention“ ausgezeichnet.
- Kommunale Pflegekonferenz: Erfolgreiche Projekte sollen dauerhaft fortgeführt werden
Im Mittelpunkt der Kommunalen Pflegekonferenz standen die Ergebnisse der Verstetigung erfolgreicher Maßnahmen aus der bisherigen Projektarbeit. Die Projekte „Pflege-Ausbildungsbotschafter“, „Aktivierende Hausbesuche“ sowie „Digitale Gesundheits- und Pflegekompetenz fördern“ sollen weiterhin dauerhaft landkreisweit angeboten werden. Das Plenum sprach sich dafür aus, die Maßnahmen langfristig fortzuführen und regelmäßig zu evaluieren. Die Finanzierung erfolgt mit Unterstützung des Landkreises und weiterer Kooperationspartner. Die Geschäftsstelle der Kommunalen Pflegekonferenz plant nun, sich schrittweise aus ihrer koordinierenden Funktion zurückzuziehen. „Ein großer Dank gilt den umsetzenden Kooperationspartnern Diakonisches Werk im Landkreis Lörrach, Kirchliche Sozialstation südliches Markgräflerland e.V., ipunkt der Fritz-Berger-Stiftung, Seniorenakademie Hochrhein-Wiesental e.V. und Belchen Institut. Gemeinsam haben wir etwas Zukunftsweisendes aufgebaut, das es nun dauerhaft zu sichern gilt“, zieht Geschäftsstellenleitung Dr. Anne Göhner ihr Fazit.
Darüber hinaus wurden aktuelle Zahlen zur pflegerischen Situation im Landkreis Lörrach, gesetzliche Entwicklungen, die zukünftige Rolle der Kommunalen Pflegekonferenz und der aktuelle Stand zum Verbundvorhaben „Caring Cömmunity – zukunftsfeste Pflege- und Sorgestrukturen im Landkreis Lörrach“ präsentiert und diskutiert. Für letzteres wurde ein Förderantrag von 3,1 Millionen Euro für den Zeitraum von Juli 2026 bis Dezember 2029 eingereicht. Das Konzept fokussiert sich auf über 65-Jährige mit Pflegegrad und integriert die Maßnahmen der Pflegekonferenz.