vernetzungstreffen 2017

Unter dem Motto „Gemeinsam und Nachhaltig Integration fördern“ trafen sich am 05.05.17 ca. 80 Personen aus dem Landkreis Lörrach, die sich freiwillig für geflüchtete Menschen engagieren.

Bei der Bewältigung des starken Zustroms geflüchteter Menschen haben bürgerschaftlich Engagierte eine herausragende Rolle gespielt. Hier hat sich eine neue Dimension des ehrenamtlichen Engagements entwickelt, die es in diesem Umfang zuvor nicht gegeben hat. Mittlerweile ist die Zahl der im Landkreis ankommenden, geflüchteten Menschen deutlich zurückgegangen. Dadurch haben sich die Rahmenbedingungen und Inhalte der Flüchtlingshilfe deutlich verändert. Nicht mehr die Erstversorgung steht im Vordergrund, sondern die Integration der angekommenen Menschen.

Ablauf

Die gelebte Willkommenskultur, die durch bürgerschaftlich Engagierte geprägt wird, ist für ein friedliches, gesellschaftliches Zusammenleben elementar. Dies stellte Lucia Klein, Flüchtlingsbeauftragte des Landkreises, bei der Begrüßung heraus. Beim anschließenden Kennenlernen mit Birgit Volk, Diözesanstelle Hochrhein zeigte sich, dass der Großteil der Teilnehmenden seit mehr als einem Jahr in der Flüchtlingshilfe aktiv ist. Die meisten haben täglich, direkt oder indirekt mit geflüchteten Menschen zu tun. Den Hauptteil der Veranstaltung bildeten fünf verschiedene Workshops zu den Themen Helfergewinnung - Helferbindung, Anschlussunterbringung und Integration, Begleitung bzw. Patenschaft, Best Practice und Möglichkeiten und Grenzen des Engagements. Hier bot sich Gelegenheit zum themenspezifischen Austausch, voneinander zu Lernen und sich gegenseitig bei der Erarbeitung von konstruktiven Lösungen zu unterstützen (nähere Informationen hierzu finden Sie unten). Auch die anschließende Genießerpause, mit Leckereinen des Familienzentrums Kinderland in Lörrach, wurde für intensive Gespräche genutzt. Danach wurden die Kerngedanken aus den Workshops allen zugänglich gemacht, bevor der Abend einen gemütlichen Ausklang fand.

Eindrücke

Insgesamt wurde die Veranstaltung getragen von der guten Stimmung und reger Austauschfreude der Teilnehmenden. Besonders erfreulich ist, dass durch direkte Ansprache beim Treffen auch neue Helfer gewonnen und eingebunden werden konnten. Auf die Frage, ob es ein solches Vernetzungstreffen wieder geben solle hieß es prompt: „Bitte spätestens in einem Jahr wieder!“ Eine Teilnehmerin drückte es so aus: „Schön, dass wir so viele sind! Ich fühle mich bestätigt“.

Christina Hopfner, Leiterin des Fachbereichs Migration beim Diakonischen Werk fasste den Abend so zusammen: „Gesamteindruck: sehr gut, viele angeregte Gespräche, guter Austausch, motivierte und interessierte Teilnehmer“. Auch laut Doris Leimeier, Ehrenamtskoordinatorin der Caritas war es eine „gelungene Veranstaltung. Die meisten Teilnehmer/innen waren nach meinem Eindruck mit Inhalt und Ablauf zufrieden und konnten einige Anregungen und Ideen mit nach Hause nehmen“. Für die Workshops hätte mehr Zeit eingeplant werden können, zur Intensivierung der themenspezifischen Gespräche, ergänzte Eva Petersik, Integrationsbeauftragte des Landkreises. Sonst war der Abend auch für sie "durchweg positiv". Manche haben sich gefunden und vernetzt, um nun in Kontakt zu bleiben. Laut Jörg Hinderer, dem evangelischen Kirchenbezirksbeauftragten für Flucht und Migration im Markgräflerland, profitierten die Teilnehmenden „von wertvollen Tipps von anderen Ehrenamtlichen für ihre alltägliche Arbeit“. Zu diesen Eischätzungen passen die schriftlichen Feedbackmeldungen der Teilnehmenden. Hiernach wurde stark vom gegenseitigen Austausch profitiert. Mehr Zeit in den Workshops war der meist-genannte Wunsch für das nächste Mal. 


So geht's nun weiter:

Als nächstes werden unter Berücksichtigung der Rückmeldungen der Teilnehmer/-innen eine neue Schulungsreihe und weitere Veranstaltungen organisiert. Für Fragen und weitere Anmerkungen stehen die o.g. Organisatoren/-innen sehr gern zur Verfügung. Eine Liste der Helferkreise für weitere Vernetzungen finden Sie hier.


Danke!

In den Workshops unterstützt haben Monika Bieber von Willkommenskreis Weil am Rhein; Anneliese Salzer, Caritas; Ute Schmitz vom Arbeitskreis Miteinander in Lörrach und Dr. Armin Zimmermann, Flüchtlings- und integrationsbeauftragter der Gemeinde Maulburg. Die großzügigen und schönen Räume der katholischen Kirchengemeinde St Peter in Lörrach durften genutzt werden. Die Gaststätte Fünfschilling in Fischingen hat für alle Teilnehmenden liebevoll verzierte Kekse mit der Aufschrift „Vielen Dank für Ihren Einsatz“ gebacken und kostenlos zur Verfügung gestellt.  -  Dafür Herzlichen Dank!

Die Organisatoren/-innen danken allen Engagierten für die beeindruckenden Leistungen und Dienste für geflüchtete Menschen und die Gesellschaft!


Vernetzungstreffen 2017: Geschenk zum Abschied


Die Veranstaltung wurde organisiert und durchgeführt, von:

  • Jörg Hinderer - Kirchenbezirksbeauftragter für Flucht & Migration im evangelischen Kirchenbezirk Markgräflerland
  • Christina Hopfner - Fachbereichsleitung Migration, Diakonisches Werk im Landkreis Lörrach
  • Lucia Klein - Flüchtlingsbeauftragte des Landkreises Lörrach
  • Doris Leimeier - Ehrenamtskoordinatorin, Caritasverband im Landkreis Lörrach
  • Melina Maidana - Projekt „Integrare“ - mobiles Bildungscafé für Ehrenamtliche, Flüchtlinge und Gesellschaft
  • Christine Meinzer-Folk - Ehrenamtskoordinatorin, Projekt nah am Menschen, Caritasverband im Landkreis Lörrach
  • Eva Petersik - Integrationsbeauftragte des Landkreises Lörrach
  • Birgit Volk – Supervisorin, Ehrenamtsberaterin, Diözesanstelle Hochrhein

Die Organisatoren/-innen arbeiten bei verschiedenen Projekten eng zusammen. Ziel dabei ist, all diejenigen zu unterstützen, die sich für geflüchtete Menschen engagieren und Willkommenskultur leben. Für Anregungen oder bei Fragen kontaktieren Sie uns bitte.

 

Berichte aus den Workshops

Der Workshop wurde geleitet von Monika Bieber vom Willkommenskreis Weil am Rhein und Christine Meinzer-Folk. Hier wurde schnell klar, dass man neue Wege der Gewinnung finden muss und, dass Kreativität gefragt ist. Die Beispiele hierzu sind vielfältig. Dazu wurde einiges zusammengetragen. Auch, dass das Miteinander unter den Helfern durch gemeinsames Feiern, Spaß haben etc. wichtig ist, wurde einigen neu bewusst, da dies der Gewinnung und insbesondere der Bindung beiträgt.

Der Workshop "Integration und Anschlussunterbringung" wurde geleitet von Dr. Armin Zimmermann, Integrationsbeauftragter in Maulburg, Eva Petersik und Lucia Klein. Hier wurden unter anderem Hartnäckigkeit und Geduld als nötige Kompetenzen sowohl bei Geflüchteten, als auch bei Ehrenamtlichen als Voraussetzungen für gelingende Integration herausgearbeitet. Des betrifft die Themen Wohnen, Ausbildung, Arbeit, Behördengänge usw. 

Ein großes Problem sind fehlende Wohnungen in Städten und Gemeinden. Dieses ist auch bei großem Einsatz von bürgerschaftlich Engagierten oft nicht lösbar und führt zu viel Frust. 

Als spezielle Herausforderung wurde die Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Menschen ohne Schulabschluss herausgestellt. Praktika mit Unterstützung der Arbeitsagentur und Besuche beim Berufsinformationszentrum (BIZ) haben sich hierbei als hilfreich erwiesen. Fehlende Möglichkeiten für Frauen mit Kindern, Sprachkurse zu besuchen sind weiteres Hindernis.

Allgemein wurde als elementar herausgestellt, verlässlich Kontakt mit Menschen in Anschlussunterbringung zu halten. Ermutigungen und Hoffnung zu geben, sind dabei nicht weniger wichtig, als praktische Unterstützung. Es wurde gewünscht, dass sich die Helferkreise untereinander auch bei Umzügen mehr abstimmen, zum Beispiel, wenn Begleiter/-innen quasi mit gehen. Eine Liste der Helferkreise hierzu finden Sie hier

Weiteres zum Workshop:
Wunschkonzert
Wie lange dauert Integration?
Schlussimpuls

Die meisten Teilnehmer/innen waren nach meinem Eindruck mit Inhalt und Ablauf zufrieden und konnten einige Anregungen und Ideen mit nach Hause nehmen", so Doris Leimeier.
Der Workshop wurde geleitet von Christina Hopfner und Jörg Hinderer. Aus dem reichen Erfahrungsschatz der 20 Teilnehmenden wurde eine Fülle von Tipps bereitgestellt. In kürzester Zeit wurden 37 Best-Practice-Beispiele aufgelistet. Ausgewählt und vertieft wurde davon: Beispielhaftes zum Thema Gesundheit, Tipps zur Verbesserung der internen Kommunikation mithilfe von modernen Online-Diensten sowie zur Begleitung in der Anschlussunterbringung. Näheres finden Sie in der Fotodokumentation.
Birgit Volk von der Diözesanstelle Hochrhein war beeindruckt, wie reflektiert die Leute waren und davon, was die Engagierten leisten. "Die Teilnehmenden versuchen, bewusst mit ihren eigenen Grenzen umzugehen". "Als neue Herausforderung wurde der Umgang mit den in Zukunft voraussichtlich zunehmenden Abschiebungen benannt", ergänzte Melina Maidana vom Projekt Integrare.