Masern – Harmlose Kinderkrankheit oder „Wolf im Schafspelz? |
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Masern sind eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die nicht geimpfte Kinder, Jugendliche und Erwachsene befällt. Dass die Masern auch heute noch vielfach bagatellisiert werden, ist umso unver-ständlicher, da die Kenntnis von dieser Erkrankung bis in das 7. Jahrhundert zurück reicht. Sie forderten im Mittelalter aufgrund ausgedehnter Epidemien zahlreiche Todesopfer. Ihren Schrecken verloren die Masern allmählich erst nach Entwicklung des ersten Masernimpfstoffes Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Je höher der Durchimpfungsgrad in der Bevölkerung war, desto weniger Kinder und Erwachsene erkrankten. Hierdurch profitierten auch Nichtgeimpfte, da das Masernvirus nur noch kleinräumig zirkulierte. In großem Stil machten die nicht ungefährlichen Masernviren erstmals 2006 wieder von sich reden, als in Nordrhein-Westfalen mehr als 1.700 Menschen erkrankten (2005 waren es lediglich 34). Betroffen waren ausschließlich Nichtgeimpfte oder nicht vollständig Geimpfte. Seit November 2006 wird eine ähnliche Entwicklung in der Schweiz – vorwiegend in der Nordschweiz – beobachtet. Wirksamen Schutz gegen das hoch ansteckende Masernvirus bietet die Impfung mit Masern-Lebendimpfstoff, vorzugsweise als Masern-Röteln-Mumps Kombinations-impfstoff. Dieser kann schon ab dem 9. Lebensmonat verabreicht werden. Eine zwei-te Impfung erhöht den Schutz vor einer Masernerkrankung noch einmal wesentlich und verleiht eine lebenslange Immunität. Für die Impfung besteht keine Altersgrenze, so dass auch Jugendliche und Erwachsene diese noch nachholen können. Die gefürchtetste Komplikation, die Entzündung des Gehirns und seiner Häute (Me-ningoenzephalitis), ist zwar mit 0,1 % der Erkrankungen selten, verläuft jedoch in 15 – 20 % der Fälle tödlich. Wesentlich häufiger treten im Gefolge der Masern Durchfäl-le, Mittelohr- und Lungenentzündungen auf, gefolgt von Entzündungen der Hornhaut und innerer Organe. Auch eine Impfung mit dem Masern-Lebendimpfstoff kann Komplikationen nach sich ziehen, sie sind jedoch im Vergleich zu denen der Erkrankung zahlenmäßig ver-schwindend gering. Es gibt daher keine wissenschaftliche Begründung, durch die eine Ablehnung der Schutzimpfung zu rechtfertigen wäre. Ziel ist es, in unserem Land die Masern auszurotten, wie es bereits mit der noch Mitte des vorigen Jahrhun-derts so gefürchteten Kinderlähmung geschehen ist. |
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Sie sind keineswegs so harmlos wie vielfach noch angenommen wird. Es handelt sich daher tatsächlich um einen „Wolf im Schafspelz“, da die eigentliche Masernerkrankung in nicht unerheblichem Maße eine Reihe von zum Teil gefährlichen Komplikationen im Gefolge hat. Das Auftreten schwerwiegender Komplikationen ist zudem umso wahrscheinlicher, je älter der Erkrankte ist.